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Freisetzung von transgenem Weizen

Hintergrunddokumente zu einem Freisetzungsversuch der Universität Rostock mit gentechnisch verändertem Weizen in den Jahren 2011 bis 2013
Freisetzung von transgenem Weizen

Freisetzung von transgenem Weizen in Thulendorf

Am 16.3.2011 erteilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)  eine Genehmigung für die Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizen. In den Jahren 2011 bis 2013 darf die Universität Rostock die Weizenpflanzen nun auf Widerstandskraft gegen den Weizenflugbrand prüfen und Auswirkungen auf die Umwelt untersuchen. Freigesetzt werden die Pflanzen auf dem Gelände des Gentechnik-Schaugartens in Üplingen (Sachsen-Anhalt) sowie auf dem Gelände des AgroBioTechnikums in Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern). Ähnliche Versuche wurden bereits in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführt.

Antrag der Universität Rostock vom 16.9.2010

Umwelt- und Bauernorganisationen hatten dem Projekt zuvor gravierende Mängel attestiert und die zuständigen Behörden aufgefordert, den Antrag abzulehnen. Die Stellungnahme wurde von Rechtsanwältin Katrin Brockmann und Andreas Bauer-Panskus (epigen Wissenschafts- und Projektbüro) ausgearbeitet.

Einwendung


Zentrale Kritikpunkte: Verstöße gegen wissenschaftliche und gesetzliche Maßstäbe, Zuverlässigkeit der Antragstellerin

1. Verstöße gegen wissenschaftliche und gesetzliche Maßstäbe

Bei einem Großteil der sicherheitsrelevanten Teile des Antrags handelt es sich um die - nicht gekennzeichnete - Kopie eines Gesuchs, das die ETH Zürich bereits im Jahr 2000 in der Schweiz gestellt hatte. Auch die dem Antrag zugrunde liegende Risikobewertung beruht demnach auf dem wissenschaftlichen Stand des Jahres 2000. Das Gentechnikgesetz verlangt dagegen, dass Risikobewertung und die daraus folgenden Sicherheitsvorkehrungen dem Stand der Wissenschaft und Technik entsprechen.

Copy-und-Paste-Verfahren im Antrag der Universität Rostock (farbig = Text aus Antrag der ETH Zürich)

2. Zuverlässigkeit der Antragstellerin

Auch die Zuverlässigkeit der Antragstellerin wird in der Einwendung in Frage gestellt. Zum einen gibt es erhebliche Unstimmigkeiten in der Darstellung der Versuchszwecke. Kritisiert wird unter anderem, dass die Antragstellerin Aussagen über die Effekte des transgenen Weizens auf so genannte Nichtzielorganismen trifft, obwohl Ergebnisse solcher Untersuchungen nicht vorliegen. Dies war auch in zwei Schreiben der Zulassungsbehörde an die Antragstellerin bemängelt worden. Die Schreiben sind auch deshalb von Interesse, weil sie zeigen, dass andere im Rahmen der Zulassung beteiligte Behörden das Projekt der Universität Rostock wesentlich kritischer betrachten als das hauptverantwortliche BVL.

BVL an Universität Rostock, 27.9.2010

BVL an Universität Rostock, 15.10.2010

Zum anderen wird die Sorgfalt der Antragstellerin bei der Durchführung bzw. Dokumentation von Sicherheitsmaßnahmen angezweifelt. So finden sich in Zwischenberichten für die Versuchsjahre 2009 und 2010, die dem BVL eingereicht werden müssen, einkopierte Textstellen aus einem Bericht zur Freisetzung von gentechnisch veränderten Kartoffelpflanzen. So heißt es in Punkt 6.3. (Plan und Verfahren für die Beobachtungen) unter anderem:

„Der Überwachungsplan sichert die Überwachung der Auswirkungen der transgenen Kartoffelpflanzen auf die Umwelt. Mit regelmäßigen Kontrollgängen werden die Möglichkeiten der Ausbreitung transgener Kartoffeln sowie Veränderungen von biotischen Wechselwirkungen mit phytophagen Insekten und Wirbeltieren einem Monitoring unterzogen.“

Zwischenbericht zur Freisetzung 2009

Zwischenbericht zur Freisetzung 2010

 

Weitere Dokumente

Genehmigungsbescheid des BVL vom 16.3.2011