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  <title>Newsletter</title>
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      Der Newsletter des epigen Wissenschafts- und Projektbüros informiert Sie per E-Mail über aktuelle wissenschaftliche Studien mit Bezug zur Gentechnik in der Landwirtschaft.
    
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  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/newsletter/epigen-gentechniknewsletter-3-kosten-der-koexistenz-roundup-efsa-1">
    <title>epigen Gentechniknewsletter 3 - Kosten der Koexistenz, Roundup, EFSA</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/newsletter/epigen-gentechniknewsletter-3-kosten-der-koexistenz-roundup-efsa-1</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p> </p>
<h3>Monsanto: Wie giftig ist Roundup für Menschen?</h3>
<p><span>Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO (Bertolote et al. 2006) gibt es weltweit jährlich rund drei Millionen Fälle von Pestizidvergiftungen, viele davon durch absichtliche Einnahme der toxischen Mittel. Untersuchungen zufolge nehmen sich jedes Jahr rund 300.000 Menschen  durch die Einnahme von Pestiziden das Leben: Ein Drittel aller Selbstmorde weltweit wird demnach mit Agrochemikalien verübt (Gunnell &amp; Eddleston 2003). </span> <br /> <a href="../../themen/oekologie/monsanto-wie-giftig-ist-roundup-fuer-menschen">Mehr...</a></p>
<p> </p>
<h4>Eigene Veröffentlichungen</h4>
<h3>Die Kosten der Koexistenz</h3>
<p><i>(Friends of the Earth, Autor: Andreas Bauer-Panskus)</i></p>
<p><span>Welche Kosten entstehen beim Nebeneinander von transgenen und konventionellen Pflanzen? Wie wirkt sich die Koexistenz auf die Kosten der Lebensmittelproduktion aus? Und wie können solche wirtschaftlichen und andere sozioökonomische Effekte im Rahmen von Zulassungsverfahren bewertet werden? </span> <br /> <a href="../../themen/oekonomie/die-kosten-der-koexistenz">Mehr...</a></p>
<h3>Europäische Lebensmittelbehörde EFSA: Spielwiese der Gen-Industrie</h3>
<p><i>(Testbiotech, Autoren: Christoph Then, Andreas Bauer-Panskus)</i></p>
<p>Ein Hintergrundbericht des Instituts Testbiotech zeigt, dass es im Gentechnik-Gremium der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA schwerwiegende Interessenskonflikte gibt: So arbeitet der Leiter des EFSA-Gremiums, Harry Kuiper, seit über zehn Jahren auch für das Industrie-Institut ILSI. Vor seinem Wechsel zur EFSA war er beim ILSI an der Entwicklung von Prüfkriterien für die Risikobewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen beteiligt. Diese wurden später teils wörtlich in die Richtlinien der EFSA übernommen.<br /><a class="external-link" href="http://www.testbiotech.org/node/430">Mehr...</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>newsletter</dc:subject>
    
    <dc:date>2011-04-20T11:11:37Z</dc:date>
    <dc:type>Issue</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/genetik/unvorhergesehene-effekte-bei-gentechnisch-veraendertem-reis-und-weizen-1">
    <title>Unvorhergesehene Effekte bei gentechnisch verändertem Reis und Weizen</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/genetik/unvorhergesehene-effekte-bei-gentechnisch-veraendertem-reis-und-weizen-1</link>
    <description>Seit vielen Jahren wird in der Wissenschaft über die Frage diskutiert, ob und in welchem Ausmaß der Einbau von transgenen Konstrukten in Pflanzen deren Stoffwechsel verändert. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass es zuweilen zu gravierenden Effekten auf Inhaltsstoffe, Krankheitsanfälligkeit, aber auch auf das äußere Erscheinungsbild von gentechnisch veränderten Pflanzen kommen kann. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<div id="content-core">
<div class="kssattr-macro-rich-field-view kssattr-templateId-widgets/rich kssattr-atfieldname-text " id="parent-fieldname-text">
<h3></h3>
<h3>Transgener Weizen: extreme Reaktionen unter freiem Himmel</h3>
<p>Am Beispiel von transgenem Weizen konnte kürzlich gezeigt werden,  dass gentechnisch veränderte Pflanzen auf unterschiedliche  Umweltbedingungen völlig verschieden reagieren können (Zeller et al.  2010). <br />Die von Forschern der ETH Zürich erzeugten, gentechnisch  gegen den Mehltau-Pilz resistent gemachten Weizenpflanzen lieferten im  Gewächshaus zunächst doppelt so hohe Erträge wie die konventionellen  Vergleichspflanzen. Außerdem produzierten sie mehr Biomasse und mehr  Samen. <br />Auf freiem Feld brachen die gentechnisch veränderten Pflanzen dagegen aus nicht abschließend geklärter Ursache ein.</p>
<ul>
<li>Die Erträge waren gegenüber den nichttransgenen Kontrollpflanzen um bis zu 56 Prozent reduziert,</li>
<li>bei einigen Linien bildete sich 40-mal mehr Mutterkorn (eine für den Menschen extrem giftige Pilzart),</li>
<li>es wurden weniger Samenkörner gebildet,</li>
<li>die Ährenform einiger transgener Weizenlinien war äußerlich deutlich verändert.</li>
</ul>
<p>Als mögliche Ursachen für diese drastischen Effekte sehen die Forscher:</p>
<ul>
<li>Stress durch die hohe Fungiziddosis im Freiland;</li>
</ul>
<ul>
<li>Wechselwirkungen mit dem verwendeten Fungizid: der Wirkstoff könnte die transgenen Pflanzen unter Stress gesetzt haben;</li>
</ul>
<ul>
<li>die transgenen Pflanzen könnten grundsätzlich anfälliger für Stressfaktoren wie Trockenheit sein.</li>
<br /> 
</ul>
<p>Die verschiedenen transgenen Weizenlinien reagierten stark  unterschiedlich auf die veränderten Umweltbedingungen. Auch über die  Gründe für diese unterschiedlichen Reaktionen können die Schweizer  Forscher nur Mutmaßungen anstellen:</p>
<ul>
<li>bei der Aufzucht der Pflanzen in der Zellkultur könnte es zu so genannten somaklonalen Variationen gekommen sein;</li>
<li>da das Transgen in den verschiedenen Weizenlinien jeweils an  verschiedenen Stellen im Genom eingebaut wurde, traten möglicherweise  Positionseffekte auf;</li>
<li>das Transgen könnte die Funktion von benachbarten natürlichen Weizengenen gestört haben.</li>
<br /> 
</ul>
<p>Die möglichen Konsequenzen der biolistischen Transformationsmethode  (der so genannten Gen-Kanone) werden von dem Schweizer  Wissenschaftlerteam allerdings nicht thematisiert. Auf deren  unvorhersehbare Auswirkungen wurde in verschiedenen wissenschaftlichen  Publikationen der letzten Jahre hingewiesen. Sie legen den Schluss nahe,  dass es bei gentechnisch veränderten Pflanze, die mit Hilfe der  Genkanone erzeugt werden, vermehrt zu starken Störungen der Pflanzen-DNA  kommt (u.a. Latham et al. 2006). Auch bei den gentechnischen  Konstrukten selbst kommt es bei Verwendung der Gen-Kanone offenbar  vermehrt zu gravierenden Veränderungen (Makarevitch et al. 2003;  Svitashev et al. 2002).</p>
<p> </p>
<h3><b>Transgener Reis mit geringerem Nährwert</b></h3>
<p>Eine aktuelle Studie chinesischer Wissenschaftler zeigt, dass  Phänomene wie beim gentechnisch veränderten Weizen kein Einzelfall sind.  Die Forscher mussten feststellen, dass der Gehalt verschiedener  Pflanzeninhaltsstoffe in transgenen Reispflanzen durch den  gentechnischen Eingriff maßgeblich verändert wurde. In der Studie wurden  drei Linien mit gentechnisch verändertem Reis getestet. Die mit Hilfe  der Gen-Kanone erzeugten Reislinien waren resistent gegen verschiedene  Pilze oder toxisch für bestimmte Schadinsekten gemacht worden.<br />Signifikante  Veränderungen konnten in allen transgenen Pflanzenlinien nachgewiesen  werden: Durchschnittlich variierte zum Beispiel der Gehalt an  Aminosäuren um 20 bis 74 Prozent, von Fettsäuren um 19 bis 38 Prozent,  von Vitaminen um 25 bis 57 Prozent und  von Proteinen um 25 Prozent.</p>
<p>Als  „alarmierend“ bezeichnen die chinesischen Forscher vor allem, dass in  einer  gentechnisch veränderten Reislinie der Eisen- und Magnesiumgehalt  im Vergleich zur nichttransgenen Ausgangslinie um die Hälfte zurück  gegangen war.</p>
<p>Signifikante Unterschiede zwischen transgenen und nichttransgenen  Pflanzen zeigten sich auch im äußeren Erscheinungsbild: Die Reiskörner  von einer der drei untersuchten gentechnisch veränderten Linien waren  größer, weicher und zeigten Farbveränderungen. Eine andere transgene  Linie produzierte deutlich schwerere Körner.</p>
<p>Als Gründe für die inneren und äußeren Veränderungen an den transgenen Reispflanzen vermuten die Forscher:</p>
<ul>
<li>Überexpression eines bestimmten Gens: Der Zellstoffwechsel könnte dadurch wie auf einen Befall mit Pathogenen reagiert haben;</li>
</ul>
<ul>
<li>für den Rückgang zahlreicher Pflanzeninhaltsstoffe in  einer transgenen Linie, die das insektizide Cry1Ac-Protein bildet,  könnten Wechselwirkungen zwischen dem gentechnischen Konstrukt und dem  natürlichen Stoffwechsel der Pflanze verantwortlich sein.</li>
</ul>
<p> </p>
<h3><b>Literatur</b></h3>
<p>Jiao, Z., Si, X., Li, G., Zhang, Z., Xu, X (2010). Unintended  compositional changes in transgenic rice seeds (Oryza sativa L.) studied  by spectral and chromatographic analysis coupled with chemometrics  methods. J Agric Food Chem, 58, 1746–1754.</p>
<p>Latham, J.R., Wilson, A.K., Steinbrecher, R.A. (2006). The mutational  consequences of plant transformation. J Biomed Biotech, 25376, 1–7.</p>
<p>Makarevitch, I., Svitashev, S.K., Somers, D.A. (2003). Complete  sequence analysis of transgene loci from plants transformed via  microprojectile bombardment. Plant Molecular Biology, 52(2), 421–432.</p>
<p>Svitashev, S., Powlowski, W. P., Makarevitch, I., Plank,D. W.,  Somers. D.A. (2002). Complex transgene locus structures implicate  multiple mechanisms for plant transgene rearrangement. The Plant  Journal, 32, 433–445.</p>
<p>Zeller, S.L., Kalinina, O., Brunner, S., Keller, B., Schmid, B.  (2010). Transgene x environment interactions in genetically modified  wheat. PLoS ONE 5(7), e11405.</p>
</div>
</div>
<p>﻿</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>newsletter</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-08-18T13:05:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/genetik/chloroplastentransformation-mehr-sicherheit-oder-neues-risiko">
    <title>Sichere Gentechnik durch Chloroplastentransformation?</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/genetik/chloroplastentransformation-mehr-sicherheit-oder-neues-risiko</link>
    <description>Die Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen in verwandte Wild- oder Unkrautarten gilt als bedeutendes ökologisches Risiko . Seit geraumer Zeit bemühen sich Industrie und Wissenschaft daher, die Ausbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen mit Hilfe so genannter „biologischer Einschlußmethoden“ (engl. confinement) zu verhindern. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Dabei werden meist zusätzliche weitere gentechnische Konstrukte in Pflanzen eingebaut, die die Verbreitung von gentechnisch verändertem Material unterbinden oder minimieren sollen. Viele dieser Methoden befinden sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Die bekannteste Methode ist die so genannte Terminator-Technologie. Deren Ziel ist es, die Samen von Pflanzen unfruchtbar zu machen. Daneben werden zahlreiche weitere gentechnikbasierte Ansätze verfolgt, darunter:</p>
<ul>
<li>Chloroplastentransformation</li>
</ul>
<ul>
<li>männliche Sterilität (sterile Pollen)</li>
</ul>
<ul>
<li>Apomixis (vegetative Samenbildung)</li>
</ul>
<ul>
<li>Kleistogamie (Selbstbestäubung).</li>
<br /> 
</ul>
<h3>Warum Chloroplastentransformation?</h3>
<p>Mit am weitesten entwickelt ist die Chloroplastentransformation (Plastidentransformation).  Im Unterschied zu bisherigen Methoden der gentechnischen Veränderung wird das transgene Konstrukt dabei nicht in die DNA im Zellkern eingebaut, sondern in die Chloroplasten, die ein eigenes Genom von geringem Umfang enthalten.<br />Der entscheidende Punkt: Chloroplasten kommen bei vielen Pflanzenarten nicht oder nur in geringer Menge im Pollen vor. Transgene Konstrukte können sich dadurch nicht mehr über den Pollen ausbreiten. Die Erbinformation von Chloroplasten wird maternal, also über die Samen, weitergegeben.</p>
<h3>Forschung an Raps</h3>
<p>Chloroplastentransformation wird derzeit besonders intensiv bei Raps (<i>Brassica napu</i>s) erforscht. Transgener Raps gilt aufgrund seiner Biologie (Insektenbestäubung, insbesondere durch die Honigbiene; Überdauerungsfähigkeit der Samen im Boden; zahlreiche kreuzungsfähige Wildpflanzenarten) in der EU als nicht koexistenzfähig. Zulassungen für eine kommerzielle Nutzung von gentechnisch verändertem Raps gelten unter diesen Bedingungen als außerordentlich unwahrscheinlich. Daher gibt es von Seiten der GVO-Hersteller verschiedene Forschungsbemühungen (darunter die Etablierung der Chloroplastentransformation), um transgenen Raps langfristig doch noch zur Marktreife zu bringen.</p>
<h3><b>Verbreitung über Samen weiterhin möglich</b></h3>
<p>Doch werden mit dieser gentechnischen Methode wirklich alle Ausbreitungswege verstellt? Ergeben sich möglicherweise neue Risiken? Fragen, auf die zwei Studien aus jüngerer Zeit eine Antwort zu geben versuchen (Haider et al. 2009; Allainguillaume et al. 2009). In beiden Studien wird untersucht, ob und wie sich Raps-Chloroplasten in verwandte Wildpflanzenarten verbreiten. Denn bei allen Überlegungen, Pollenflug bei gentechnisch verändertem Raps durch Chloroplastentransformation zu verhindern, bleibt  wissenschaftlich unstrittig, dass die Chloroplastentransformation ein „löchriges“ System ist, da die Samen der „transplastomen“ Gentechnik-Pflanzen nach wie vor die transgenen Konstrukte enthalten. <br />Gerade bei der Verbreitung über Samen nimmt Raps unter den Kulturpflanzen eine Sonderstellung ein: Im Boden können Rapssamen über viele Jahre überdauern, ohne ihre Keimfähigkeit zu verlieren. Dies gilt in noch höherem Maß für verwandte Arten wie die Rübse (<i>Brassica rapa</i>). Rübsensamen konnten noch nach mehr als 660 Jahren Lagerung zum Keimen gebracht werden (Odum 1965).</p>
<h3>Choroplasten springen auf wilde Raps-Verwandte</h3>
<p>In einer Studie, die in Großbritannien durchgeführt wurde (Haider et. al. 2009) wurde nun untersucht, ob sich Raps-Chloroplasten in Rübsen-Populationen in der näheren Umgebung von Rapsfeldern ausbreiten. <br />Ergebnis: Offenbar gelangen Raps-Chloroplasten durch einen Vorgang, der als „Chloroplastenfang“ (chloroplast capture) bezeichnet wird, via Samen in Rübsenbestände. Obwohl die genauen Abläufe beim Chloroplastenfang noch nicht erforscht sind, gehen Genetiker davon aus, dass durch die beständige Kreuzung kompatibler Pflanzenarten untereinander Chloroplasten nach rund 50 Generationen in verwandte Arten eingeschleust werden können.<br />Überrascht waren die Forscher darüber, wie hoch der Anteil von Raps-Chloroplasten in einem Teil der wilden Rübsenbestände war. Im Höchstfall enthielten 92 Prozent der Rübsenpflanzen Raps-Chloroplasten. In anderen Populationen waren dagegen keine Vermischungen nachzuweisen.</p>
<h3>Fittere Wildpflanzen durch Raps-Chloroplasten</h3>
<p>Noch einen Schritt weiter geht eine zweite Studie (Allainguillaume et al. 2009), in der auf der Basis der Untersuchung von Haider et al. (2009) der Frage nachgegangen wird, warum es zu der teils sehr hohen Präsenz von Raps-Chloroplasten in wilden Verwandten von Raps  kommt. Offenbar, so das Ergebnis, stellen Raps-Chloroplasten einen Fitnessvorteil für diese Pflanzen dar. Für die Risikobewertung transgener Pflanzen sind mögliche Fitnessvorteile von großer Bedeutung.<br />Die Autoren beider Studien ziehen daher das Fazit, dass Chloroplastentransformation nur ein bedingt wirksames Instrument darstellt, um die Verbreitung von gentechnisch verändertem Raps zu unterbinden.</p>
<p> </p>
<h3><b>Literatur</b></h3>
<p>Allainguillaume, J., Harwood, T., Ford, C. S., Cuccato, G., Norris, C., Allender, C. J., Welters, R., King, G. J., Wilkinson, M. J. (2009) Rapeseed cytoplasm gives advantage in wild relatives and complicates genetically modified crop biocontainment,. New Phytologist, 183 (4), 1201–1211.</p>
<p>Haider, N., Allainguillaume, J., Wilkinson, M.J. (2009). Spontaneous capture of oilseed rape (Brassica napus) chloroplasts by wild B. rapa: Implications for the use of chloroplast transformation for biocontainment. Current Genetics, 55, 139-150.</p>
<p>Odum, S. (1965). Germination of ancient seeds. Dansk Botanisk Arkiv, 24, 1–70.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>newsletter</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-10-27T10:15:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/transgene-baeume-pollenflug-tausende-von-kilometern">
    <title>Transgene Bäume: Pollenflug „Tausende von Kilometern“</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/transgene-baeume-pollenflug-tausende-von-kilometern</link>
    <description>Pollenflug über weite Distanzen ist bei der Bewertung gentechnisch veränderter Pflanzen ein noch wenig erforschtes Gebiet. Selbst bei vergleichsweise gut untersuchten Arten wie Mais wurden Tests lange nur in Bereichen von bis zu einem Kilometer Entfernung durchgeführt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p> </p>
<h3>Forschung an transgenen Bäumen</h3>
<p>Neben Nutzpflanzen wie Soja, Mais, Raps und Baumwolle geraten seit geraumer Zeit auch verschiedene Baumarten in das Visier gentechnischer Forschung und Entwicklung. Die hohe Biomasseleistung vieler Baumarten macht sie aus Industriesicht z.B. interessant für die Produktion von Agrar-Kraftstoffen der zweiten Generation. Mehrere hundert Freilandversuche wurden weltweit bereits durchgeführt. So genehmigte die US-Landwirtschaftsbehörde (USDA) im Jahr 2010 die Freisetzung von mehr als 200.000 transgenen Eukalyptusbäumen an 28 Standorten in sieben US-Bundesstaaten. Insgesamt sollen die Bäume auf einer Gesamtfläche von 120 Hektar gepflanzt werden.<br />Aus verschiedenen Gründen stellen transgene Bäume jedoch eine besondere Herausforderung für die ökologische Risikobewertung dar:</p>
<ul>
<li>anders als Nutzpflanzen wie Mais können die nicht oder nur wenig domestizierten Baumarten leicht in der Natur überleben;</li>
<li>anders als die meist einjährigen Nutzpflanzen verbreiten Bäume Pollen über viele Jahre;</li>
<li>viele Baumarten produzieren sehr große Pollenmengen;</li>
<li>Baumpollen gelangen schnell in hohe Luftschichten und können damit über deutlich weitere Distanzen getragen werden als der Pollen von Nutzpflanzen.</li>
</ul>
<p> </p>
<p>Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die Einbringung transgener Bäume in die Umwelt mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Kontamination natürlicher Wälder mindestens in Dutzenden, wenn nicht gar in Hunderten, wenn nicht Tausenden Kilometern Entfernung führen wird.</p>
<p> </p>
<h3>Kiefernpollen in über 40 Kilometern Entfernung und 600 Metern Höhe</h3>
<p>In den USA wurden und werden bereits zahlreiche Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Kiefernarten, unter anderem der in Nordamerika vorkommenden Weihrauchkiefer (Pinea tadea) durchgeführt. Ziel ist die Optimierung der Pflanze für die intensive Forstwirtschaft.<br />In einer jüngst im American Journal of Botany veröffentlichten Studie (Williams 2010) wird anhand von P. tadea gezeigt werden, dass befruchtungsfähiger Pollen dieser Kiefernart noch in 41 Kilometern Entfernung von der Pollenquelle nachgewiesen werden kann. Obwohl die Befruchtungsfähigkeit der Pollen in dieser Entfernung erwartungsgemäß verringert war, erwiesen sich immer noch bis zu 57 Prozent der Pollen als fertil. Daraus kann gefolgert werden, dass befruchtungsfähiger Pollen in noch deutlich größere Entfernungen verfrachtet wird.<br />Die Pollen waren der Untersuchung zufolge bis in eine Höhe von 600 Metern nachweisbar. Bei den in diesen Höhen herrschenden Windgeschwindigkeiten können Partikel wie Pollen innerhalb weniger Stunden über weite Distanzen verweht werden. Laut Literatur können Kiefernpollen von innerhalb von drei Stunden bis zu 60 Kilometer Entfernung zurücklegen. Die Autorin weist zudem darauf hin, dass unter den Bedingungen des Klimawandels mit höheren Windgeschwindigkeiten und, zumindest im Fall der Weihrauchkiefer, mit wesentlich mehr Samenbildung (bei P. tadea bis zum dreifachen) gerechnet werden muss.</p>
<p> </p>
<h3>Modell: Fertiler Pollen noch in „tausenden Kilometern“ Entfernung</h3>
<p>In einer weiteren Studie (Bohrerova et al. 2009) wird auf der Basis eines Modells gezeigt, dass die Lebensfähigkeit von P. tabea – Pollen auch nach 24 Stunden unter natürlichen Bedingungen nur um die Hälfte reduziert wird. Auch nach zwei Tagen ist laut den Autoren noch ein bedeutender Anteil der Kiefernpollen befruchtungsfähig. In entsprechende Luftschichten verfrachtet könnte fertiler Baumpollen in dieser Zeit in hunderte, wenn nicht tausende Kilometer Entfernung verfrachtet werden. Insbesondere Pollen von Kiefernarten wie P. tadea scheinen außerordentlich widerstandsfähig gegen abiotische Stressfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und UV-Einstrahlung zu sein. Besondere Brisanz bekommt der Pollenflug als Kontaminationsquelle aufgrund der Tatsache, dass bei Kiefern Fremdbefruchtung praktisch obligatorisch ist. Die weiblichen Teile der Kiefern sind rezeptiv bevor eigene Pollen gebildet werden.</p>
<p>Die vorliegenden Studien legen die Schlussfolgerung nahe, dass bereits ein einziger Freisetzungsversuch mit offen blühenden transgenen P. tadea-Bäumen (oder anderen Kiefernarten) ausreichen könnte, um natürliche Forst-Ökosysteme noch in hunderten  Kilometern Entfernung zu kontaminieren.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Bohrerova, Z., Bohrer, G., Cho, K.D., Bolch, M. A., Linden, K. G. (2009). Determining the viability response of pine pollen to atmospheric conditions during long-distance dispersal. Ecological Applications, 19 (3), 656-667.</p>
<p>Fénart, S., Austerlitz, F., Cuguen, J., Arnaud, J.-F. (2007). Long distance pollen-mediated gene flow at a landscape level: the weed beet as a case study. Molecular Ecology, 16, 3801–3813.</p>
<p>Matus-Cadiz, M.A., Hucl, P., .Horak, M.J., Blomquist, L.K. (2004). Gene flow in wheat at the field scale. Crop Science, 44, 718–727.</p>
<p>Williams, C. (2010). Long distance pine pollen still germinates after meso-scale dispersal. American Journal of Botany, 97, 846-855.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Philip Bauer</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>newsletter</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-08-18T09:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/monsanto-neue-belege-fuer-schaedlichkeit-von-roundup-fuer-umwelt-und-gesundheit">
    <title>Monsanto: Neue Hinweise auf Risiken von Totalherbizid Roundup </title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/monsanto-neue-belege-fuer-schaedlichkeit-von-roundup-fuer-umwelt-und-gesundheit</link>
    <description>Rund 80 Prozent aller weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten ein Gen, das sie tolerant gegenüber Totalherbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat macht. Der weltweit größte Hersteller von Glyphosat ist der US-Konzern Monsanto, der Totalherbizide mit diesem Inhaltsstoff vor allem unter dem Namen Roundup vermarktet.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>
<title></title>
</p>
<p>Nach Industrieangaben (James 2010) wuchsen herbizidtolerante gv-Pflanzen im Jahr 2009 weltweit auf einer Fläche von rund 100 Millionen Hektar. Bei einer solch breiten Anwendung ist die Frage nach der Öko – und Humantoxizität von Glyphosat und Herbiziden, die diesen Wirkstoff enthalten, von beträchtlicher Bedeutung. Nachdem Roundup lange Jahre als eher ungefährliches Pestizid erachtete wurde, werden seit einigen Jahren verstärkt wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die auf erhebliche Risiken hindeuten:</p>
<ul>
<li>Benachour et al. (2009) und Gasnier et al. (2009) konnten schon bei minimalen Dosen von Roundup Schäden an menschlichen Zellen nachweisen;</li>
</ul>
<ul>
<li>weitere Untersuchungen bringen Roundup in Zusammenhang mit Krebserkrankungen wie dem Non-Hodkins-Lymphom (Eriksson et al. 2008).</li>
</ul>
<p> </p>
<p>Auch einige jüngst veröffentlichte Studien verdeutlichen, dass die Risiken von Glyphosat/Roundup bislang unterschätzt wurden und eine neue Risikobewertung  erforderlich ist.</p>
<p> </p>
<h3>Glyphosat fördert Entstehung von Hauttumoren</h3>
<p>So konnten George et al. (2010) in einem Versuch an Mäusen zeigen, dass Glyphosat die Entstehung von Hauttumoren zwar nicht direkt auslöst, aber fördert. Die Ergebnisse bestärken die Ergebnisse früherer Veröffentlichungen, die darauf hingedeutet hatten, dass Roundup unter anderem Störungen des Zellzyklus verursacht (Marc et al. 2002). Bei den Versuchstieren wurde zudem eine Proteomanalyse durchgeführt. Dabei konnten die US-Forscher verschiedene Eiweißstoffe identifizieren, deren Gehalt durch den Kontakt der Versuchstiere mit Glyphosat stark verändert wurde. Auffälligkeiten wurden insbesondere bei Calcyclin, Calgranulin-B und SOD 1 festgestellt. Diese Proteine stehen z.B. in Zusammenhang mit Zelltod, Zellwachstum, Energiestoffwechsel, der Bildung von Blutgefäßen und der Calcium-Biosynthese.</p>
<p> </p>
<h3>Mutagen und umwelttoxisch</h3>
<p>In einer weiteren Studie wurden sowohl mutagene als auch umwelttoxische Effekte von Glyphosat gefunden. Raipulis et al. (2009) zeigten in einem SOS-Chromotest, dass Glyphosat genotoxische (erbgutverändernde) Eigenschaften besitzt und den als unkritisch erachteten Richtwert um mehr als das Doppelte überstieg. Zudem konnten die Forscher nachweisen, dass Glyphosat bei Wasserflöhen (Daphnia magna), einem Modellorganismus der Ökotoxikologie, bereits in relativ geringen Dosen zu einer hohen Sterblichkeit führt. Eine Dosis von 0,2 g/l Glyphosat führte innerhalb eines Tages zum Tod von 50 Prozent der Wasserflöhe. Die Autoren sehen ihre Ergebnisse als Bestätigung einer ganzen Reihe vorangegangener Studien: Auch andere Tierversuche und epidemologische Berichte hätten gezeigt, dass Glyphosat/Roundup toxisch und erbgutverändernd wirke.</p>
<p> </p>
<h3>Glyphosat erhöht Krankheitsanfälligkeit von Fischen</h3>
<p>In einer weiteren Studie (Kelly et al. 2010) wurde erstmals ein Zusammenhang zwischen einer Glyphosatexposition von Fischen und verstärktem Parasitenbefall hergestellt. Glyphosat erhöht nach den Ergebnissen der Studie das Krankheitsanfälligkeit von bestimmten Fischen. In der Studie wurde die in Neuseeland vorkommende Fischart <i>Galaxias anomalus</i> daraufhin getestet, ob geringe Dosen von Roundup, die dem Wasser beigegeben wurden, die Anfälligkeit der Tiere für den Parasiten <i>Telogaster opisthorchis</i> steigen lässt. Die Studie kritisiert explizit Behörden für die Festsetzung zu hoher Grenzwerte für Glyphosat in Gewässern. Dadurch seien  aquatische Ökosysteme nicht angemessen geschützt.</p>
<p>Monsanto beharrt dagegen darauf, dass es sich bei Roundup um ein völlig ungefährliches  Pestizid handelt. Noch im Sommer 2009 war vom deutschen Pressesprecher des Konzerns gegenüber dem ZDF folgende Stellungnahme zum Thema Roundup zu vernehmen:</p>
<p><i>„Das Produkt ist seit über 30 Jahren zugelassen, es gibt keine Hinweise darauf, keine wissenschaftlich haltbaren Hinweise darauf, dass das Produkt weder auf die Umwelt, noch auf die Gesundheit, noch auf Anwender irgendeine Sicherheitsproblematik ausmacht.“</i></p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Benachour, N., Séralini, G.E. (2009). Glyphosate formulations induce apoptosis and necrosis in human umbilical, embryonic, and placental cells. Chem. Res. Toxicol, 22(1), 97-105.</p>
<p>Eriksson, M., Hardell, L., Carlberg, M. and Åkerman, M. (2008). Pesticide exposure as risk factor for non-Hodgkin lymphoma including histopathological subgroup analysis. International Journal of Cancer, 123, 1657–1663.</p>
<p>Gasnier, C., Dumont, C., Benachour, N., Clair, E., Chagnon, M.C., Séralini, G.E. (2009). Glyphosate-based herbicides are toxic and endocrine disruptors in human cell line. Toxicology, 262 (3), 184-191.</p>
<p>George, J., Prasad, S., Mahmood, Z., Shukla, Y. (2010). Studies on glyphosate-induced carcinogenicity in mouse skin: A proteomic approach. Journal of Proteomics, 73 (5), 951-964.</p>
<p>James, C. (2010). Global status of commercialized Biotech/GM crops: 2010. ISAAA Briefs 41-2009. International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications.</p>
<p>Kelly, D.W., Poulin, P., Tompkins, D.M., Townsend C.R. (2010). Synergistic effects of glyphosate formulation and parasite infection on fish malformations and survival. <br />Journal of Applied Ecology, 47 (2), 498 – 504.</p>
<p>Marc, J., Mulner-Lorillon, M., Boulben, S., Hureau, D., Durand, G., Belle, R. (2002). Pesticide Roundup provokes cell division dysfunction at the level of CDK1/Cyclin B activation. Chem Res Toxicol, 15, 326–31.</p>
<p>Raipulis, J., Toma, M.M., Balode, M. (2010). Toxicity and Genotoxicity Testing of Roundup. Proceedings of the latvian academay of sciences, Section B, Vol. 63 (2009), No. 1/2 (660/661), 29–32.</p>
<ul>
</ul>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Philip Bauer</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>newsletter</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-08-18T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/roundup-neue-studien-zur-wirkung-auf-embryonen-fische-und-ratten">
    <title>Roundup: Neue Studien zur Wirkung auf Embryonen, Fische und Ratten</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/roundup-neue-studien-zur-wirkung-auf-embryonen-fische-und-ratten</link>
    <description>Das Totalherbizid Roundup ist das am weitesten verbreitete Pestizid der Welt. Rund eine Million Tonnen des Hauptwirkstoffs Glyphosat werden derzeit hergestellt. Auch für die kommenden Jahre gehen Analysten von deutlichen Steigerungen beim Einsatz des Pestizids aus. Bedeutung hat Roundup insbesondere beim Anbau herbizidtoleranter transgener Pflanzen in den USA, in Kanada, Brasilien und Argentinien.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Lange galt Roundup als relativ unbedenklich für Umwelt und Gesundheit. Dies wird von Herstellerfirmen wie der US-Firma Monsanto mit dem besonderen Wirkungsmechanismus von Glyphosat begründet. Glyphosat blockiert die Herstellung des Enzyms EPSPS, das ausschließlich in Pflanzen gebildet wird und der Produktion aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tryptophan oder Tyrosin dient. Daher, so die These, könne es bei Menschen und Tieren, die kein EPSPS bilden, zu keinen negativen Auswirkungen kommen. In einer Produktbroschüre schreibt Monsanto (Monsanto 2007):</p>
<p><i>„Welches Risiko besteht für Menschen und Tiere?<br />Menschen und Tiere haben kein EPSPS-Enzym. Bei sachgemäßer Anwendung ist eine Gefährdung durch Roundup®-Produkte daher ausgeschlossen.“</i></p>
<p>Seit einigen Jahren werden jedoch immer mehr wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass die Risiken glyphosathaltiger Pestizide wie Roundup offenbar unterschätzt wurden. Verschiedene Forschungsarbeiten stellen Roundup unter anderem in Zusammenhang mit  Störungen des Zellstoffwechsels, mit Hormonstörungen und mit Krebserkrankungen. (<a class="internal-link" href="monsanto-neue-belege-fuer-schaedlichkeit-von-roundup-fuer-umwelt-und-gesundheit">mehr</a>)</p>
<h3>Schädigung von Embryonen</h3>
<p>In jüngster Zeit sorgte insbesondere die Studie einer argentinischen Forschergruppe um Andrés Carrasco für Diskussionsstoff. Das Team um Carrasco konnte in einer Laborstudie nachweisen, dass Roundup bzw. dessen Hautwirkstoff Glyphosat Missbildungen bei Frosch- und Hühnerembryonen hervorruft (Paganelli et al. 2010). Interesse verdient diese Studie insbesondere aus zwei Gründen:</p>
<ul>
<li>Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass auch der Wirkstoff Glyphosat alleine und nicht nur das Produkt Roundup, das zahlreiche weitere Inhaltsstoffe enthält, Schäden bei Embryonen auslösten. Verschiedene Studien der letzten Jahre hatten dagegen insbesondere die Risiken anderer Inhaltsstoffe des Pestizids betont.</li>
<li>Die Studie liefert nach eigenen Angaben neue Hinweise auf die Ursachen von gesundheitlichen Störungen der Landbevölkerung in Argentinien. Dort häufen sich in Gebieten, in denen das Pestizid per Flugzeug über Feldern mit roundupresistenter, gentechnisch veränderter Soja ausgebracht wird, Berichte über Missbildungen bei Babys und eine Erhöhung der Krebsrate.</li>
</ul>
<p> </p>
<h3>Zellstörungen bei Aalen</h3>
<p>Doch auch in anderen aktuellen Publikationen finden sich Hinweise auf Risiken. So veröffentlichte ein portugiesisches Forscherteam vor kurzem eine Untersuchung über durch Roundup ausgelöste Zellstörungen bei Fischen (Guilherme et al. 2010). Verschiedene Tests hatten bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass Roundup genotoxisch bzw. mutagen auf Zellen verschiedener Fischarten wirkt. Allerdings existierte nach Angaben der portugiesischen Forscher bislang keine Studie zu den genotoxischen Wirkungen von Roundup auf europäische Fischarten. Eine nicht unbedeutende Forschungslücke, da verschiedene gentechnisch veränderte Pflanzen mit Roundup-Resistenz auf eine europaweite Anbauzulassung warten.<br />Das Ziel der portugiesischen Wissenschaftler war es zudem, Roundup-Konzentrationen zu testen, die auch unter realen Anbaubedingungen auftreten könnten (58 bis 116 μg/l).<br />Das Hauptaugenmerk der Untersuchung lag dabei auf der Analyse von „oxidativem Stress“, also der Störung der Reparatur- und Entgiftungsfunktion der Zellen, die unter anderem zu DNA-Schäden führen kann. <br />Die Forscher konnten dabei nachweisen, dass Roundup auch in der niedrigsten gewählten Konzentration Schäden am Erbgut der Aale auslösen kann. Feststellen ließen sich sowohl ein erhöhtes Potenzial für DNA-Strangbrüche als auch für cytogenetische Effekte wie Chromosomenbrüche. Die Untersuchung von Blutzellen zeigte, dass offenbar oxidativer Stress die Reparaturmechanismen der Zellen außer Kraft gesetzt hatte.<br />Zusammenfassend stellen die Wissenschaftler fest, dass ihre Ergebnisse zusätzliche Hinweise auf  negative Langzeiteffekte von Roundup erbracht hätten.</p>
<h3>Hormonstörungen bei pubertierenden Ratten</h3>
<p>Über die Auswirkungen von Roundup auf das Hormonsystem wurden in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Studien publiziert. Eine Lücke in der wissenschaftlichen Literatur konnten  unlängst Forscher der Universität Sao Paolo schließen, die in einer Studie die Folgen von Roundup auf heranwachsende und pubertierende Ratten untersuchten. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in der Zeitschrift <i>Archives of Toxicology</i> (Romano et al. 2010).<br />Die Wissenschaftler verabreichten den Tieren über einen Zeitraum von 30 Tagen das glyphosthaltige Pestizid „Roundup Transorb“. Die Forscher erachteten diesen Zeitraum als realistisch, da Roundup nach der Ausbringung 30 bis 90 Tage lang in relevanten Mengen in der Umwelt nachweisbar ist.<br />Untersucht wurden danach unter anderem die allgemeine körperliche Entwicklung, der Zeitpunkt, an dem die Pubertät einsetzte, die Werte von Testosteron und anderen Hormonen, sowie die Morphologie der Hoden.<br />Es zeigte sich, dass die Pubertät bei den knapp 70 untersuchten Ratten selbst in der niedrigsten gewählten Dosis (5 mg/kg) signifikant später einsetzt als in der Kontrollgruppe. Daneben stellten die Wissenschaftler Unterschiede im Gewicht von Hoden und Nebennieren fest sowie eine Reduktion der Keimzellen. Zusätzlich zeigten sich signifikante Auswirkungen auf die Testosteronproduktion. Selbst bei der geringsten gewählten Dosis war der Testosteronhaushalt um 30 Prozent verringert. <br />Zusammenfassend sprechen die Forscher von signifikanten „toxischen Wirkungen auf den  reproduktionsrelavanten Hormonhaushalt“ von Ratten. <br />Zudem schlagen sie einen Bogen zu möglichen Belastungen von Menschen, die mit Roundup in Kontakt kommen. Dies sei insofern bedenklich, als Studien Rückstände des Pestizids im Körper von Landwirten oder der Landbevölkerung nachgewiesen hätten. Aus den Ergebnissen ihrer Untersuchung ziehen sie den Schluss, dass Roundup einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Menschen haben könnte, die aktiv oder passiv mit Roundup in Kontakt kommen.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Guilherme, S., Gaivão, I. Santos,M. A., Pacheco, M. (2010). European eel (<i>Anguilla anguilla</i>) genotoxic and pro-oxidant responses following short-term exposure to Roundup®—a glyphosate-based herbicide. Mutagenesis 25(5), 523-530.</p>
<p>Monsanto (2007). Roundup Kompendium. Mehr Wissen für beste Leistung!. 2007 <br /><a class="external-link" href="http://www.roundup.de/pdf/Kompendium_Roundup_2007.pdf">http://www.roundup.de/pdf/Kompendium_Roundup_2007.pdf</a></p>
<p>Paganelli, A., Gnazzo, V., Acosta, H., López, S.L., Carrasco, A.E. (2010). Glyphosate-based herbicides produce teratogenic effects on vertebrates by impairing retinoic acid signalling. Chem.<br />Res. Toxicol. In press.</p>
<p>Romano, R. M., Romano,M. A., Bernardi, M. M., Furtado, P. V., Oliveira C. A. (2010). Prepubertal exposure to commercial formulation of the herbicide glyphosate alters testosterone levels and testicular morphology. Archives of Toxicology 84 (4), 309-317.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
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      <dc:subject>newsletter</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-10-27T10:15:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/fitnesskosten-bei-bt-reis">
    <title>Fitnesskosten bei Bt-Reis</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/fitnesskosten-bei-bt-reis</link>
    <description>Die Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen höhere Erträge erzielen als traditionell gezüchtete, wird seit Jahren auch  in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Die letzte Auseinandersetzung darüber wurde ausgetragen, nachdem die unabhängige US-Wissenschaftlerorganisation Union of Concerned Scientists im Jahr 2009 einen Bericht über das Ertragsverhalten von transgenem Mais und transgener Soja in den USA vorgelegt hatte (UCS 2009).</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<div id="content-core">
<div class="kssattr-macro-text-field-view kssattr-templateId-newsitem_view kssattr-atfieldname-text plain" id="parent-fieldname-text">
<p>Bei  transgener Soja können laut dieser Untersuchung keine  Ertragssteigerungen nachgewiesen werden, bei transgenem Mais ist der  Anteil gentechnischer Verfahren an der Steigerung der Erträge laut <i>Union  of Concerned Scientists </i>sehr gering. Weit größere Bedeutung haben  demnach Fortschritte bei traditionellen Züchtungsverfahren und  verbesserte Managementpraktiken.</p>
<p>Im führenden Biotechnologie-Wissenschaftsmagazin <i>Nature Biotechnology</i> entbrannte daraufhin eine hitzige Debatte. Derzeitiger Schlusspunkt der Auseinandersetzung: Eine von <i>Croplife</i>,  dem Verband der agrochemischen Industrie, in Auftrag gegebene  Gegenstudie, die zu dem Ergebnis kommt, dass bei der Mehrzahl der  veröffentlichten Studien Ertragssteigerungen festgestellt werden konnten  (Carpenter 2010).</p>
<h3>Keine Schädlinge, kein Ertrag</h3>
<p>Eine  aktuelle Studie über die Ertragssicherheit von transgenem Bt-Reis fügt  dieser Diskussion eine interessante Komponente hinzu. In der Zeitschrift  <i>Field Crops Research</i> veröffentlichten chinesische Wissenschaftler die  Ergebnisse von mehrjährigen Anbauversuchen mit drei verschiedenen Linien  von transgenem Reis. Eine davon produzierte ein für bestimmte Insekten  toxisches Bt-Gift (Cry1Ac), eine zweite Linie den ebenfalls für den  Einsatz gegen Schadinsekten vorgesehenen Stoff Trypsin-Inhibitor. Eine  dritte Linie enthielt beide Genkonstrukte. Während die Reispflanzen bei  starkem Schädlingsbefall höhere Erträge als die nichttransgenen  Vergleichslinien erzielten, zeigte sich bei niedrigem Befall durch  Schadinsekten ein unvorhergesehener Einbruch bei den erhobenen Ertrags-  und Fertilitätsparametern (z.B. Ertrag pro Pflanze, Reiskörner pro  Pflanze). Besonders auffällig waren die Einbussen bei der Reislinie, die  beide Transgene enthielt. Die Forscher bestätigten damit frühere  Ergebnisse, die mit den gleichen transgenen Reislinien durchgeführt  worden waren (Chen et al. 2006).<br />Für die Ertragseinbussen machen sie  das Phänomen der „Fitnesskosten“ verantwortlich, die offenbar durch den  Einbau transgener Konstrukte ausgelöst werden können.<br />Laut den  Autoren gibt es mittlerweile eine Reihe von Untersuchungen, die darauf  hindeuten, dass dem Stoffwechsel von transgenen Pflanze aufgrund der  Produktion zusätzlicher Proteine (z.B. von Bt-Toxinen) weniger Energie  für andere Prozesse - wie der Ertragsbildung - zur Verfügung stehen.  Laut einer zweiten Theorie könnten auch durch den gentechnischen  Eingriff verursachte Veränderungen auf genomischer Ebene ursächlich für  solche Fitnesskosten sein.</p>
<h3>Fitnesskosten in der wissenschaftlichen Literatur</h3>
<p>Die  chinesischen Wissenschaftler zitieren eine Reihe von Untersuchungen, in  denen Fitnesskosten bei gentechnisch veränderten Pflanzen nachgewiesen  werden konnten (Quellen bei Xia et al. 2010):</p>
<ul>
<li>bei einer Studie mit kältetoleranten <i>Arabodopsis thaliana</i>-Pflanzen  verringerte sich die Zahl der Fruchtkörper; ursächlich dafür war laut  den Autoren der Studie die Überexpression des eingebauten Transgens</li>
<li>bei  einem Experiment mit gentechnisch verändertem Weizen verringerte sich  das Tausendkorngewicht der Samen; die Forscher begründeten dies mit der  Überexpression des eingebauten Transgens, das Rosterkrankungen  verhindern sollte</li>
<li>gentechnisch veränderte Birken mit  eingebauter Pilzresistenz wiesen eine geringere Wachstumsrate auf als  nichttransgene Kontrollbäume; die Autoren führten dies auf  Positionseffekte des eingebauten Transgens zurück</li>
<li>Bt-Baumwolle reagierte in Freisetzungsversuchen in Indien bei geringem Schädlingsbefall mit Ertragseinbussen</li>
<li>beim  Anbau von Monsantos MON810-Mais in Spanien konnten bei geringem  Auftreten von Schadinsekten keine höheren Erträge erzielt werden als bei  konventionellen Vergleichssorten; auch dies laut Xia et al. ein Hinweis  auf Fitnesskosten.</li>
</ul>
<p><br />Weitere Fälle sind bei Chen et al. (2006) dokumentiert:</p>
<ul>
<li>gentechnisch  veränderter Klee, dem ein Albumin-Gen aus der Sonnenblume eingebaut  worden war, zeigte im Vergleich mit nichttransgenem Klee einen  signifikanten Rückgang der Fruchtbarkeit</li>
<li>bei transgenen  Zuckerrüben, die gegen eine Viruserkrankung resistent gemacht worden  waren, konnten deutliche Ertragsrückgänge festgestellt werden.</li>
</ul>
<p><br />Xia  et al. folgern aus den bisher bekannt gewordenen Fällen, dass  Fitnesskosten bei gentechnisch veränderten Pflanzen offenbar weit  verbreitet sind. Genauere Untersuchungen über Ursachen und Mechanismen  von Fitnesskosten fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bislang  weitgehend. Forschungsbedarf sehen die Wissenschaftler insbesondere mit  Blick auf zukünftige Generationen von gentechnisch veränderten Pflanzen,  die zum Beispiel gegen abiotische Stressfaktoren wie Trockenheit oder  salzige Böden widerstandsfähig gemacht werden sollen.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Carpenter,  J. E. (2010). Peer-reviewed surveys indicate positive impact of  commercialized GM crops. Nature Biotechnology 28, 319 – 321.</p>
<p>Chen,  L.Y., Snow, A.A., Wang, F., Lu, B.R. (2006). Effects of  insect-resistance transgenes on fecundity in rice (Oryza sativa,  Poaceae): a test for underlying costs. American Journal of Botany, 93,  94-101.</p>
<p>UCS (2009). Failure to yield. Union of Concerned Scientists.</p>
<p>Xia,  H., Chen, L., Wang, F., Lu, B.R. (2010). Yield benefit and underlying  cost of insect-resistance transgenic rice: Implication in breeding and  deploying transgenic crops. Field Crops Research, 118, 215–220.</p>
</div>
</div>
<p>﻿</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
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