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  <title>Aktuelle Artikel</title>
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  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/gesundheit/diskussion-beendet-neue-studie-zu-langzeit-fuetterungsversuchen">
    <title>Diskussion beendet? Neue Studie zu Langzeit-Fütterungsversuchen </title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/gesundheit/diskussion-beendet-neue-studie-zu-langzeit-fuetterungsversuchen</link>
    <description>“Hiermit ist aus unserer Sicht die Debatte über Gesundheitseffekte von GVO beendet”. Diese Aussage der Hauptautorin Agnès Ricroch gilt einer neu erschienenen Review-Studie über Langzeit- und Mehrgenerationen-Fütterungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (Snell et al. 2012). </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<div id="content-core">
<div class="kssattr-macro-text-field-view kssattr-templateId-newsitem_view kssattr-atfieldname-text plain" id="parent-fieldname-text">
<p>Die Analyse basiert auf der Auswertung von 12 Langzeit-  sowie 12 Mehrgenerationenstudien. Daneben werden acht 90-Tage-Studien zu  gleichen oder ähnlichen gentechnisch veränderten Linien bewertet. Ein  Vergleich mit diesen Kurzstudien soll zeigen, ob die längeren und  aufwändigeren Untersuchungen zusätzliche Erkenntnisse bringen. Die  zentralen Schlussfolgerungen des französischen Autorenteams:</p>
<p>1. In keiner Studie konnten Gesundheitseffekte bei der Verfütterung  von gentechnisch veränderten Pflanzen wie Mais, Reis, Soja oder  Kartoffeln festgestellt werden.<br />2. Gentechnisch veränderte Pflanzen  sind in der Verfütterung äquivalent zu nicht-transgenen Ausgangssorten  und können sicher verwendet werden.<br />3. Langzeit- und  Mehrgenerationenstudien bringen im Vergleich zu 90-Tage-Tests keine  zusätzlichen Erkenntnisse über die Sicherheit von transgenen Pflanzen.</p>
<p>Liest man die Arbeit jedoch aufmerksam, scheinen diese weit  reichenden Schlussfolgerungen nur bedingt von Ergebnissen und Qualität  der herangezogenen Studien gedeckt.</p>
<h3>90-Tage-Studien</h3>
<p>Die Autoren werten zunächst die Ergebnisse von acht 90-Tage-Studien aus. Demnach fanden sich bei der Verfütterung von gentechnisch verändertem Mais, Reis und Sojabohnen keine Anhaltspunkte für schädliche Wirkungen. Die französischen Forscher weisen jedoch nicht darauf hin, dass  es sich bei  fünf der acht zitierten Studien um Untersuchungen der  Industrie handelt. Lediglich zwei Studien mit gentechnisch verändertem  Reis und eine Studie mit transgener Soja wurden von staatlichen  Institutionen durchgeführt. Darüber hinaus finden sich selbst in Industriestudien signifikante Ergebnisse, die auf mögliche  Gesundheitseffekte hindeuten. So traten in einer Studie der US-Konzerne  DuPont/Pioneer und Dow zur Maislinie TC1507 (Mackenzie et al. 2007) bei  unterschiedlichen Fütterungsgruppen z.B. abweichende Werte bei  Leberenzymen, verkleinerte Nieren, eine Abnahme der roten  Blutkörperchen, ein verringerter Hämatokritwert, sowie ein geringerer  Anteil bestimmter weißer Blutkörperchen auf (Dona &amp; Arvanitoyannis,  2009). Die Abweichungen werden von Mackenzie et al. jedoch nicht  diskutiert. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA  bezeichnet sie als “biologisch nicht signifikant”.</p>
<h3>Was ist “biologisch signifikant”?</h3>
<p>Die Bewertung von Abweichungen bei der Analyse gesundheitlicher Parameter  hängt entscheidend davon ab, ab wann  statistisch signifikante  Veränderungen als “biologisch  signifikante” gesundheitsrelevante Effekte gelten. Hierfür existieren keine klaren Kriterien,  Bewertungen sind daher  abhängig von Voreinstellungen und mit dem Makel  der Willkür behaftet. In vielen der aufgeführten  Untersuchungen wurde eine Reihe von auffälligen Veränderungen der  analysierten Parameter festgestellt. Snell et al. erklären diese  Abweichungen allerdings als biologisch irrelevant.</p>
<h3>Doppelte Standards</h3>
<p>Es zeigt sich zudem recht unzweideutig, dass die Autoren Studien, die  ihre eigenen Schlussfolgerungen unterstützen, deutlich unkritischer  bewerten als Untersuchungen, deren Ergebnisse Fragen aufwerfen. So  werden die Studien der italienischen Forschergruppe um Dr. Malatesta  einer ausführlichen Kritik unterzogen. Die italienischen  Wissenschaftler, die allein für fünf der insgesamt 12 bewerteten  Langzeituntersuchungen verantwortlich zeichnen, hatten bei der  Verfütterung von gentechnisch veränderter Soja an Mäuse (über einen  Zeitraum von bis zu zwei Jahren) unter anderem signifikante Veränderungen  von Leberzellen gefunden.<br />Dagegen werden die  Mehrgenerationenversuche von Brake und Evenson (2004), die keinerlei  Hinweise auf Unterschiede zwischen gentechnisch veränderter und  gentechnikfreier Soja fanden, von dem französischen Autorenteam  unkommentiert übernommen, obwohl diese Studie ebenfalls gravierende  Mängel aufweist (keine Fütterungsprotokolle, keine Gewichtsmessungen,  keine Informationen über Futteraufnahme und Wachstum, etc.). <br />Ähnlich  einseitig: Während signifikante Befunde in Studien unter Hinweis auf  die mangelnde “biologische Signifikanz” für irrelevant erklärt werden,  werden die Ergebnisse von Untersuchungen, in denen teils deutlich  weniger als zehn Versuchstiere pro Gruppe verwendet wurden (und die aus  statistischer Sicht so gut wie wertlos sind), kritiklos wiedergegeben,  wenn sie der Meinung der Autoren entsprechen.</p>
<h3>Grundlegende Schwächen</h3>
<p>Auf eine grundlegende Schwäche fast aller Untersuchungen weisen die Autoren  zwar im tabellarischen Teil der Arbeit hin. In fast keiner der 24  diskutierten Studien wurde das einzig wirklich aussagekräftige Vergleichsmaterial  für die Fütterung der Tiere herangezogen, nämlich die gentechnisch  unveränderten Ausgangssorte. Dieser gravierende Mangel findet sich bei 9  von 12 Mehrgenerationenstudien und 9 von 12 Langzeitstudien. Offenbar  ist dies dem Faktum geschuldet, dass öffentliche Institutionen, die ihre  Studien nicht in Kooperation mit den Herstellerfirmen durchführen,  keinen Zugang zu den gentechnikfreien Ausgangslinien der jeweiligen  transgenen Pflanzen erhalten. Dass Snell et al. auf der Grundlage  dieser gravierenden Mängel zu dem klaren Ergebnis kommen, dass die  Diskussion über mögliche gesundheitliche Auswirkungen transgener  Pflanzen beendet sei, lässt an der Unvoreingenommenheit der Autoren  deutlich zweifeln. Dies umso mehr, als in der Studie nur eine sehr  geringe Auswahl gentechnisch veränderter Pflanzen ausgewertet wird:</p>
<ul>
<li>bei den Langzeitstudien eine Studie zu Monsantos Bt-Mais MON810,  zehn Studien zu herbizidtoleranter Soja sowie eine zu einer  experimentelle Bt-Reislinie,</li>
</ul>
<ul>
<li>bei den Mehrgenerationenstudien sechs Untersuchungen zu Bt-Mais  (zwei zu Event Bt11, zwei zu Event Bt176 und zwei zu nicht genannten  Bt-Events), eine zu einer experimentellen Kartoffellinie, drei Untersuchungen zu herbizidtoleranter Soja  und zwei Untersuchungen zu einer experimentellen Triticale-Linie.</li>
</ul>
<h3><br />Der Vorhang zu, und alle Fragen offen</h3>
<p>Es bleibt festzuhalten, dass mit der Studie von Snell et al. nicht  das letzte Wort über die Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen  für Mensch und Tier gesprochen ist. Warum das Autorenteam, das im Jahr 2010 bereits das Anbauverbot für MON810-Mais in Deutschland harsch kritisiert hatte, angesichts der  mageren Datenlage und der nicht zu übersehenden Mängel der bisher  durchgeführten Untersuchungen derart weit reichende  Schlussfolgerungen ziehen, bleibt unklar. <br />Dass man auf der Basis  ähnlicher Quellen zu einer ganz anderen Bewertung  kommen kann, zeigt ein Artikel, der nur wenige Monate zuvor veröffentlicht  worden war. Darin bezeichnen Wan &amp; Shi (2011) weitere Langzeit- und  Mehrgenerationen als absolut notwendig, da viele der bisherigen Studien  umstritten und wichtige Fragen bis heute unbeantwortet seien.</p>
<p> </p>
<h3>Quellen</h3>
<p>Brake, D.G. &amp; Evenson, D.P. (2004) A Generational Study of  Glyphosate-Tolerant Soybeans on Mouse Fetal, Postnatal, Pubertal and  Adult Testicular Development. Food Chemistry and Toxicology, 42: 29-36.</p>
<p>Dona, A. &amp; Arvanitoyannis I. S. (2009) Health Risks of  Genetically Modified Foods. Critical Reviews in Food Science and  Nutrition, 49: 164–175.</p>
<p>MacKenzie, S. A., Lamb, I., Schmidt, J., Deege, L., Morrisey, M. J.,  Harper, M., Layton, R. J., Prochaska, L. M., Sanders, C., Locke, M.,  Mattsson, J. L., Fuentes, A., and Delaney, B. (2007) Thirteen week  feeding study with transgenic maize grain containing event DAS-Ø15Ø7-1  in Sprague–Dawley rats. Food and Chemical Toxicology, 45: 551–562.</p>
<p>Snell, C., Bernheim, A., Bergé, J.-P., Kuntz, M., Pascal, G., Paris,  A., Ricroch, A. (2012) Assessment of the health impact of GM plant diets  in long-term and multigenerational animal feeding trials: A literature  review. Food and Chemical Toxicology, 50, 3–4: 1134-1148.</p>
<p>Zhang, W. &amp; Shi, F. (2011) Do genetically modified crops affect  animal reproduction? A review of the ongoing debate. Animal, 5:  1048-1059.</p>
<p> </p>
<p>Foto: sxc.hu / Mateusz Żdanko</p>
</div>
</div>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-02-29T23:35:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/mexiko-im-windschatten-des-mais-transgene-baumwolle-kontaminiert-wildvorkommen">
    <title>Mexiko: Transgene Baumwolle kontaminiert Wildart</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/mexiko-im-windschatten-des-mais-transgene-baumwolle-kontaminiert-wildvorkommen</link>
    <description>Mexiko gilt als Herkunfts- und Vielfaltszentrum der Maispflanze. Als daher das Wissenschaftsmagazin Nature im Jahr 2001 eine Studie veröffentlichte, laut der transgener Mais aus den USA trotz eines landesweiten Anbauverbots in abgelegenen Gebieten der Provinz Oaxaca nachgewiesen werden konnte (Chapela &amp; Quist, 2001), löste dies nicht nur in Wissenschaftskreisen ein Erdbeben aus.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<h3>Erst der Mais, …</h3>
<p>Die Studie schlug nicht zuletzt deshalb so hohe Wellen, weil sie die Eingrenzbarkeit gentechnisch veränderter Pflanzen im Freiland nachhaltig in Frage stellte: Die Region Oaxaka ist rund 1600 Autobahn-Kilometer weit entfernt von der nächsten US-Grenze.<br />In einer in der Geschichte der modernen Wissenschaft wohl beispiellosen Kampagne wurde zunächst versucht, Studie und Autoren zu diskreditieren. Wenige Jahre später schienen die  Ergebnisse von Quist und Chapela durch eine Gegenuntersuchung von Forschern aus den USA und Mexiko sogar widerlegt (Ortíz-García et al. 2005). Erst im Jahr 2009 wurde der allgemein akzeptierte wissenschaftliche Nachweis erbracht, dass die Kontamination traditioneller mexikanischer Maissorten Realität ist (Piñeyro-Nelson et al. 2009).</p>
<h3>…. jetzt die Baumwolle</h3>
<p>Weitgehend unbeachtet blieb dagegen eine aktuelle Studie von mexikanischen Wissenschaftlern (Wegier et al. 2011). Sie zeigt, dass in Mexiko nicht nur traditionelle Maissorten kontaminiert sind, sondern auch die wilde Baumwollart <i>Gossypium hirsutum</i>, die der Ursprung fast aller heute genutzten Baumwollsorten ist. Auch das Herkunftszentrum von Gossypium hirsutum liegt in Mexiko. Obwohl transgene Baumwolle in Mexiko seit 1996 angebaut wird, handelt es sich um die erste Studie überhaupt, die die Einkreuzung der transgenen Varietäten in wilde Baumwolle in Mexiko untersucht.</p>
<h3>In weiter Ferne, ….</h3>
<p>Weigier et al. konnten die Wildvorkommen aufgrund von genetischen Analysen in acht Metapopulationen unterteilen, die hauptsächlich im Süden des Landes, entlang der Küsten, zu finden sind. Der Anbau von gentechnisch veränderter Baumwolle fand dagegen meist in nördlicheren Landesteilen statt. Bis zum Jahr 2008 wurden in Mexiko rund 6000 Genehmigungen für den Anbau transgener Baumwollsorten erteilt. Im Jahr 2009 wurde Gentechnik-Baumwolle laut den Autoren auf einer Fläche von rund 172.000 Hektar angebaut. Fast alle Gentechnik-Felder befanden sich mehrere hundert Kilometer von den wilden Baumwollvorkommen entfernt. Nur 1,4 Prozent der Gentechnik-Äcker lagen in der Nähe von Gebieten, in denen auch die Wildart <i>Gossypium hirsutum</i> auftritt.</p>
<h3>…. so nah</h3>
<p>Dennoch fanden die Wissenschaftler in rund einem Viertel der Proben mindestens ein transgenes Konstrukt. Jede zweite Metapopulation war von Transgenfunden betroffen. In vielen Fällen handelte es sich dabei erwartungsgemäß um Fundorte, an denen Gentechnikanbau in relativer geographischer Nähe zu den Wildvorkommen stattgefunden hatte. Überraschenderweise wurden transgene Konstrukte jedoch auch in Wildbaumwoll-Populationen nachgewiesen, die sich mehr als 750 Kilometer entfernt vom nächsten Feld mit transgener Baumwolle befanden. <br />Es fanden sich nicht nur Anteile einer gentechnisch veränderten Baumwolllinie in den Wildpflanzen, sondern bis zu vier verschiedene:</p>
<ul>
<li>Bt-Toxine wie Cry1Ac, das vermutlich aus Gentechnik-Baumwolllinie MON531 (vom US-Unternehmen Monsanto) stammt,</li>
<li>das Glyphosatresistenz-Protein CP4EPSPS, möglicherweise aus MON88913 oder MON1445 (ebenfalls Monsanto),</li>
<li>Mehrfachkonstrukte (so genannte gestapelte oder “gestackte” Gene), die z.B. von MON15985 x MON1445 (Monsanto) stammen könnten.</li>
</ul>
<p>Alle genannten transgenen Events wurden laut den Autoren in Mexiko zwischen 1996 und 2003 für den kommerziellen Anbau freigegeben.</p>
<h3>Ungewöhnliche Befunde</h3>
<p>Zusätzlich wurden jedoch auch kontaminierte Wild-Baumwollpflanzen gefunden, die alle vier untersuchten transgenen Konstrukte enthielten. Da ein solches Mehrfachkonstrukt in keiner auf dem Markt verfügbaren Linie vorkommt, vermuten die Forscher, dass es sich nicht um ein primäres Einkreuzungsprodukt handeln kann. Vielmehr werten sie diese Pflanzen als Hybriden mit mehreren Transgeneinkreuzungen. Das würde bedeuten, dass sich die transgenen Konstrukte innerhalb der Vorkommen von Wildbaumwolle ausbreiten. Ein ähnliches Auftreten mehrerer transgener Konstrukte in einer Pflanze wurde bereits in gentechnisch verändertem Raps in Nordamerika nachgewiesen. <br />Auf der anderen Seite liefert die Studie auch Hinweise, dass es bei der Übertragung in die Wildart zu Aufspaltungen von Gentechnik-Konstrukten oder zum Abschalten von Genen (gene silencing) gekommen sein könnte. So wurde in einigen wilden Baumwollpflanzen das Bt-Toxin Cry2Ac als einziges Fremdgen festgestellt. Cry2Ac kommt jedoch als Einzelkonstrukt in keiner kommerziell zugelassenen Gentechnik-Baumwolllinie vor.</p>
<h3>Ursachenforschung</h3>
<p>Über die Ursachen der Kontamination gibt es bislang nur Spekulationen. Pollenflug wird von den Forschern weitgehend ausgeschlossen, da die Pflanzenart als Selbstbestäuber gilt. Anders als das Autorenteam aus Mexiko kamen Forscher aus den USA und Frankreich jedoch zu dem Ergebnis, dass z.B. Honigbienen, die bekanntlich einen Flugradius von mehreren Kilometern haben, bei der Verbreitung von transgener Baumwolle eine beträchtliche Rolle spielen (Heuberger et al. 2010). Die mexikanischen Wissenschaftler vermuten dagegen, dass Baumwollsamen aus den USA, der in Mexiko als Futtermittel verwendet wird, beim Transport von LKWs geweht wurden. Die Baumwollsamen werden beim Import nicht gemahlen, ihre Vermehrungsfähigkeit bleibt daher voll erhalten. Importe aus den USA waren laut Aussage einer Arbeitsgruppe der zwischenstaatlichen nordamerikanischen Umweltkommission ursprünglich wohl auch für die Kontamination traditioneller Maissorten in Mexiko verantwortlich (CEC, 2004).</p>
<h3>Ausblick</h3>
<p>Sowohl die Kontamination der wilden Baumwollpopulationen als auch die Erfahrungen mit Transgen-Auskreuzungen in mexikanische Maissorten zeigen, wie groß die Herausforderungen beim Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen gerade für Staaten ohne ausreichende finanzielle und adminstrative Ressourcen in diesem Bereich sind. Dies lässt sich schon an den Unklarheiten über den Zulassungsstatus von transgenen Baumwollsorten festmachen. So sind in den einschlägigen internationalen Datenbanken für Mexiko lediglich eine (MON531) bzw. zwei (MON531 und MON88913) zum Anbau zugelassene Baumwolllinien geführt. Laut den Autoren der Studie existieren jedoch weitere Zulassungen für MON1445, sowie die gestapelten Linien MON531 x MON1445 und MON15985 x MON1445.<br />Nur wenige Monate nach Veröffentlichung der neuen Ergebnisse zu Kontamination der wilden Baumwolle wurde übrigens, wie erst kürzlich bekannt wurde, der uneingeschränkte kommerzielle Anbau von transgenem Mais in Mexiko freigegeben [<a class="external-link" href="http://www.jornada.unam.mx/2012/02/13/politica/002n1pol">mehr</a>]. Der US-Konzern Monsanto will in der nördlichen Provinz Sinaloa die ersten 63 Hektar Land mit gentechnisch veränderten Maislinien bestellen. Insgesamt soll transgener Mais im Jahr 2012 auf rund 1000 Hektar wachsen. Geplant ist eine Ausweitung auf bis zu zwei Millionen Hektar.</p>
<p> </p>
<h3>Quellen</h3>
<p>CEC, Commission for Environmental Cooperation of North America (2004) Maize and Biodiversity–The Effects of Transgenic Maize in Mexico: Key Findings and Recommendations, Article 13 Report (North American Commission for Environmental Cooperation, Montreal). [<a class="external-link" href="http://www.cec.org/Storage/56/4837_Maize-and-Biodiversity_en.pdf">Studie</a>]</p>
<p>Heuberger, S., Ellers-Kirk, C., Tabashnik, B.E., Carrière, Y. (2010) Pollen- and Seed-Mediated Transgene Flow in Commercial Cotton Seed Production Fields. PLoS ONE 5(11): e14128. [<a class="external-link" href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0014128">Studie</a>]<br /><br /></p>
<p>Ortíz-García, S., Ezcurra, E., Schoel, B., Acevedo, F., Soberón, J., Snow, A.A. (2005) Absence of detectable transgenes in local landraces of maize in Oaxaca, Mexico (2003–2004). Proc Natl Acad Sci USA 102: 12338–12343. [<a class="external-link" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1184035/">Studie</a>]</p>
<p>Piñeyro-Nelson, A., Van Heerwaarden, J., Perales, H.R., Serratos-Hernández, J.A., Rangel, A.,  Hufford, M.B., Gepts, B., Garay-Arroyo, A., Rivera-Bustamante, R., Álvarez-Buylla, E.R. (2008) Transgenes in Mexican maize: molecular evidence and methodological considerations for GMO detection in landrace populations. Molecular Ecology 18: 750-761. [<a class="external-link" href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3001031/">Studie</a>]</p>
<p>Quist, D. &amp; Chapela, I. H. (2001) Transgenic DNA introgressed into traditional maize landraces in Oaxaca, Mexico, Nature 414: 541-542. [<a class="external-link" href="http://www.gentechnologie.ch/cms/images/stories/pdfs/diverse%20pdf/studie_ausbreitung_1.pdf">Studie</a>]</p>
<p>Wegier, A., Piñeyro-Nelson, A., Alarcón, J., Gálvez-Mariscal, A., Álvarez-Buylla, E. R. and Piñero, D. (2011), Recent long-distance transgene flow into wild populations conforms to historical patterns of gene flow in cotton (Gossypium hirsutum) at its centre of origin. Molecular Ecology, 20: 4182–4194.</p>
<p> </p>
<p>Foto: Wikipedia</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    <dc:date>2012-02-29T22:50:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/die-kosten-der-koexistenz">
    <title>Die Kosten der Koexistenz</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/die-kosten-der-koexistenz</link>
    <description>Welche Kosten entstehen beim Nebeneinander von transgenen und konventionellen Pflanzen? Wie wirkt sich die Koexistenz auf die Kosten der Lebensmittelproduktion aus? Und wie können solche wirtschaftlichen und andere sozioökonomische Effekte im Rahmen von Zulassungsverfahren bewertet werden? </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Diese Fragen werden in einer Studie für die Umweltorganisation Friends of the Earth diskutiert. [<a class="internal-link" href="../../publikationen/Socio_economic_effects_gmos_FoEEbriefing_Mar2011.pdf">Vollständige Studie, engl.</a>]</p>
<p>Die Studie kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:</p>
<ul>
<li>entlang der Lebensmittelkette entstehen bereits ohne großflächigen kommerziellen Anbau von transgenen Pflanzen hohe Kosten durch globale Kontaminationsereignisse, Koexistenzmaßnahmen oder Trennung von Warenströmen, </li>
<li>offizielle Modelle zur Prognose der Effekte eines großflächigen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa unterschätzen die tatsächlichen Kosten, da sie auf einem Schwellenwert von 0,9% basieren, der in der Europäischen Lebensmittelwirtschaft keine Rolle spielt, </li>
<li>die Einbeziehung von sozioökonomischen Kriterien in das Zulassungsverfahren für transgene Pflanzen ist möglich und wird in Ländern wie Norwegen bereits praktiziert.</li>
</ul>
<p> </p>
<h3>Sozioökonomische Faktoren bei der Bewertung von GVO?</h3>
<p>Das europäische Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) basiert auf der Bewertung von Risiken für Gesundheit und Umwelt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass Anbau und Verarbeitung von transgenen Pflanzen  weit reichende wirtschaftliche Auswirkungen haben können, die von diesem gesetzlichen Rahmen nicht gedeckt werden.<br />Seit einiger Zeit gibt es daher in der EU Überlegungen, so genannte sozioökonomische Faktoren in das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen zu integrieren. Unter sozioökonomischen Kriterien versteht man unter anderem wirtschaftliche, soziale oder ethische Auswirkungen, z.B. Folgen für die ländliche Entwicklung, die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit, Auswirkungen auf die Preise landwirtschaftlicher Produkte oder auch die Kosten für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft.<br />Gesetzlich verankert wurde die Bewertung von sozioökonomischen Kriterien bereits in Norwegen. Artikel 17 des norwegischen Gentechnikgesetzes sieht in diesem Zusammenhang unter anderem die Bewertung von Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Nutzen vor . Bewertet wird, ob der GVO der Gesellschaft nützt und zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Hierzu werden unter anderem Kosten-Nutzenanalysen durchgeführt (Norwegian Ministry of Environment 2005; Government of Norway 1993).</p>
<h3>Offizielle Forschung mit unrealistischen Szenarien</h3>
<p>Bei der Trennung von Gentechnik- und gentechnikfreien Produkten entstehen Kosten auf allen Stufen der Lebensmittelerzeugung, z.B. für Investitionen in die Trennung von Warenströmen, Koexistenzmaßnahmen auf dem Acker, Ausbildung von Mitarbeitern, Tests oder Qualitätssicherung. Zahlreiche Studien und auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen gehen dabei vielfach an der Wirklichkeit der Lebensmittelwirtschaft vorbei. Die Berechnungen, die beispielsweise vom offiziellen EU-Koexistenzforschungsprogramm Co-Extra angestellt werden, gehen für den Fall eines kommerziellen Anbaus von transgenen Pflanzen je nach Pflanzenart von Preissteigerungen bis zu 13% aus - bei einem angenommenen Schwellenwert von 0,9% (Co-Extra 2009a). Dieser entspricht jedoch nicht der wirtschaftlichen Realität, da er nicht die nötigen Sicherheitsmargen der Lebensmittelindustrie wiedergibt. In einem Abschlussdokument zum Co-Extra-Programm wird diesbezüglich konstatiert, dass in der gesamten europäischen Lebensmittelindustrie Grenzwerte von 0,1 bis höchstens 0,3% gelten (Co-Extra 2009b).</p>
<p><i>“From interviews conducted with European and third countries companies involved in commodity supply chains, it can be stated that a vast majority of stakeholders, if not all, are using a practical threshold which is lower than the labelling threshold (generally from 1/3rd to 1/10th of the labelling threshold, more generally 0.1% of DNA based unit GMO content).“</i></p>
<p>Bei Einhaltung dieser Grenzwerte entstehen höhere Kosten als in den offiziellen Modellen.</p>
<h3>Koexistenz bei niedrigen Grenzwerten kaum möglich</h3>
<p>Für die Koexistenz auf dem Acker bedeuten die von der Lebensmittelwirtschaft gesetzten Grenzwerte, dass die derzeit geltenden Gesetze nicht mit den ökonomischen Realitäten korrelieren. Wenn die Lebensmittelindustrie in Endprodukten GVO-Anteile von höchstens 0,1 bis 0,3% zulässt, macht ein Schwellenwert von 0,9% für die landwirtschaftliche Erzeugung kaum Sinn.<br />Auch laut Co-Extra bedeuten die in der Lebensmittelwirtschaft geltenden Grenzwerte, dass die Koexistenz auf dem Acker in Europa nur unter - gegenüber dem heutigen Stand - völlig veränderten Bedingungen vorstellbar ist. So müssten entweder die Isolationsabstände stark vergrößert werden, oder es müsste eine strikte Trennung zwischen Gentechnik-Anbaugebieten und gentechnikfreien Regionen erfolgen (Co-Extra 2009b).</p>
<p><i>„In conclusion, according to the results of SIGMEA models and the results of Co‐Extra, particularly those concerning the practical contractual threshold used by the stakeholders, and the available techniques and information systems, coexistence in European fields, whose size is on average rather small, would be possible only by using large isolation distances (together with strong information system of farmers) or in dedicated production areas, be it GMO or non‐GMO.“</i></p>
<h3>Kosten der Koexistenz auf dem Acker</h3>
<p>Maßnahmen zur Sicherung der Koexistenz führen zu Kosten – sowohl für Gentechnikanwender als auch für gentechnikfrei arbeitende Landwirte. Modellberechnungen für Gebiete in Frankreich und Deutschland zeigen, dass bei  großflächigem Anbau von transgenem Mais wahrscheinlich beide Seiten ökonomische Einbußen erleiden würden (Oehen &amp; Stolze 2009). Gentechnikanwender erzielen laut dem Modell nur Gewinne, wenn auf mehr als 90% der Flächen transgener Mais wächst. Gentechnikfrei arbeitende Landwirte profitieren nur, wenn sie höhere Preise für geprüfte gentechnikfreie Ware erzielen.<br />In einer weiteren aktuellen Publikation werden die möglichen wirtschaftlichen Effekte einer großflächigen Einführung von Bt-Mais und herbizidtolerantem Raps in Deutschland berechnet (Barkmann et al. 2010). Die Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Kiel kommen zu dem Schluss, dass die Kosten für Monitoring, Warentrennung und Tests die möglichen geringeren Produktionskosten von Gentechnikanwendern bei weitem übersteigen. Demnach kommen auf jeden Euro geringerer Produktionskosten fünf Euro Test- oder Monitoringkosten. Aus ökonomischer Sicht raten die Forscher daher von der großflächigen Einführung von gentechnisch verändertem Mais und Raps ab.</p>
<p><i>“For each single € economically gained by lower production costs, 5 € direct costs and loss of consumer utility are incurred. Thus, legal approval of large scale cropping of Bt maize and HR-OSR is not indicated economically.”</i></p>
<h3>Saatguterzeugung und Ernte</h3>
<p>Gentechnikfreies Saatgut ist Grundbedingung für die gentechnikfreie Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel. Beispiele wie LL601-Reis oder Triffid-Leinsamen zeigen, dass sich die Kosten für die gesamte Lebensmittelwirtschaft vervielfachen, wenn Saatgutkontaminationen auftreten (Then &amp; Stolze 2010). Saatguthersteller ergreifen daher umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, um Saatgut frei von gentechnischen Bestandteilen zu halten. Eine Studie der EU-Kommission geht z.B. davon aus, dass im Falle eines kommerziellen Anbaus von transgenen Zuckerrüben in Saatguterzeugungsgebieten für die Einhaltung eines Schwellenwertes von 0,1% Kosten von bis zu 400 €/h anfallen könnten, bei Mais bei einem Schwellenwert von 0,3% bis zu 483 €/ha (Messéan et al. 2006).<br />Problematisch ist auch die überbetriebliche Maschinennutzung, insbesondere bei Aussaat und Ernte. Die vollständige Reinigung eines Mähdreschers (die zwischen der Ernte von Gentechnik-Feldern und benachbarten gentechnikfreien Feldern nötig wäre) dauert beispielsweise mehrere Stunden und verursacht Kosten von bis zu 1800 € (Schimpf 2006). Werden diese Reinigungen nicht durchgeführt, können einer Studie des Joint Research Center zufolge allein hier Kontaminationen von bis zu 0,4% entstehen (Messéan et al. 2006).</p>
<h3>Transport und Lagerung</h3>
<p>Modellen zufolge entstehen bei einem großflächigem Anbau von transgenen Pflanzen auch hohe Kosten für getrennte Lagerung und Transport. Einer Simulation französischer Wissenschaftler zufolge könnten sich z.B. in Frankreich durch die notwendigen Trennungsmaßnahmen die Transporte von Getreide zu Trocknungsanlagen um bis zu 700% verteuern, die gesamten Trocknungskosten um 17 bis 34% (Coleno 2008).</p>
<h3>Mühlen</h3>
<p>Besonders aufwendig ist die Trennung von gentechnisch veränderten und gentechnikfreien Ernteprodukten bei der Verarbeitung in Mühlen, wenn dieselben Anlagen benutzt werden müssen. Eine der wenigen praxisrelevanten Studien über die Schwierigkeiten der Verarbeitung von transgenem Mais wurde in der Schweiz durchgeführt (Wenk et al. 2001). Dort wurde in einem Experiment gemessen, wie lange es nach einer Verarbeitung von Bt-Mais dauert, bis das transgene Material aus der Anlage entfernt ist. Ergebnis: Selbst nach einer vollständigen Reinigung der Anlage und mehr als zwei Stunden Spülung mit gentechnikfreiem Mais lag der GVO-Anteil in Maismehl noch bei einem Prozent. In Europa verfolgen daher so gut wie alle Marktteilnehmer eine GVO-Vermeidungsstrategie. Doch diese Strategie verursacht Kosten: Für gentechnikfreie Produkte entstehen Mühlen je nach Pflanzenart Mehrkosten von bis zu 25% (Hirzinger et al. 2008). Es ist davon auszugehen, dass diese Kosten weiter steigen, wenn es zum großflächigem kommerziellen Anbau transgener Pflanzen in Europa kommt.</p>
<h3>Lebensmittelverarbeitung</h3>
<p>Auf der Ebene der Lebensmittelverarbeitung entstehen weitere Kosten, die laut Co-Extra im Falle eines großflächigen kommerziellen Anbaus transgener Pflanzen in Deutschland die Preise von gentechnikfreien Weizenprodukten um bis zu 10,7%, die von Rapsprodukten um bis zu 12,8% und die von Zuckerrübenprodukten um bis zu 4,9% ansteigen lassen könnten (Menrad et al. 2009). Da die Modelle des EU-Projekts jedoch auf einem Grenzwert von 0,9% beruhen (und nicht dem in der europäischen Lebensmittelwirtschaft üblichen Grenzwert von 0,1 - 0,3%), ist davon auszugehen, dass die Zusatzkosten für gentechnikfreie Produkte noch deutlich höher liegen könnten. Bereits heute verursacht die Herstellung gentechnikfreier Produkte bei vielen Lebensmittelherstellern millionenschwere Kosten (Beispiele in Then &amp; Stolze 2009).</p>
<h3>Kontaminationen</h3>
<p>Kontaminationen machen einen erheblichen Teil der ökonomischen Folgekosten des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen aus.<br />Bislang wurden weltweit mehr als 300 Fälle von Kontaminationsfällen dokumentiert (GM Contamination Register). Einige dieser Fälle haben Milliardenschäden bei Landwirten, Lebensmittelherstellern und Supermärkten verursacht. Vielfach wurden auch staatliche Gelder für die Beseitigung und Kontrolle der Kontaminationen verwendet. Bekannte Kontaminationsereignisse betrafen dabei z.B.:</p>
<ul>
<li>Starlink-Mais (USA, 2000): keine abschließenden Daten, Schätzungen zufolge Kosten bis zu 2 Mrd. US-$;</li>
</ul>
<ul>
<li>LL601-Reis (USA, 2006): keine abschließenden Daten, Kosten jedoch mindestens 741 Mio. bis 1,285 Mrd. US-$ (Blue 2007);</li>
</ul>
<ul>
<li>Triffid-Leinsamen (Kanada, 2009): Kosten noch nicht abschätzbar, der Leinsamenanbau ging in Folge des Kontaminationsfalles landesweit um rund 50% zurück, die Preise lagen noch im gesamten Jahr 2010 um mehr als 25% unter dem normalen Niveau.</li>
</ul>
<p> </p>
<h3>Kosten überwiegen</h3>
<p>In einer Studie kamen US-Ökonomen zu dem Ergebnis, dass bei einer Einführung von GVO in Europa die Kosten den Nutzen wohl übersteigen würden. Dies sei vor allem den Trennungskosten geschuldet (Moschini et al. 2005):</p>
<p><i>“... that the introduction of GM food reduces overall EU welfare, mostly because of the associated need for costly segregation of non-GM products.”</i></p>
<p>Auch andere Publikationen aus jüngerer Zeit deuten darauf hin, dass die volkswirtschaftlichen Kosten der GVO-Landwirtschaft, ob durch Kontaminationsfälle oder Koexistenzmaßnahmen in Land- und Lebensmittelwirtschaft, möglicherweise höher sind als  Kosteneinsparungen oder höhere Gewinne auf der Anwenderseite. Die ohnehin schon hohen wirtschaftlichen Belastungen von Lebensmittelherstellern, Mühlen oder Saatguterzeugern scheinen bei der heutigen Gesetzeslage nur tolerierbar, wenn es nicht zu einem großflächigen Anbau transgener Pflanzen in Europa kommt. Eine Einbeziehung dieser wirtschaftlichen und anderer sozioökonomischer Effekte in das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen könnte helfen, die momentan einseitige Kostenbürde für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft angemessen zu bewerten.</p>
<p><i>Dieser Text ist eine Kurzfassung der Studie „<a class="internal-link" href="../../publikationen/Socio_economic_effects_gmos_FoEEbriefing_Mar2011.pdf">The socio-economic effects of GMOs - Hidden costs for the food chain</a>“ (Friends of the Earth Briefing, März 2011; Autor: Andreas Bauer-Panskus)</i></p>
<p> </p>
<h3>Quellen</h3>
<p>Barkmann, J., et al., 2010. GM maize and oil seed rape in Germany: Economic welfare losses from large scale adoption scenarios. In: Breckling, B. &amp; Verhoeven, R.: Implications of GM-Crop Cultivation at Large Spatial Scales. Theorie in der Ökologie 16. Frankfurt, Peter Lang.</p>
<p>Blue, E.N., 2007. Risky Business: Economic and regulatory impacts from the unintended release of genetically engineered rice varieties into the rice merchandising system of the US. Greenpeace International. www.greenpeace.org/international/press/reports/riskybusiness</p>
<p>Co-Extra, 2009a. Outcomes of Co-Extra. www.coextra.eu/pdf/report1472.pdf</p>
<p>Co-Extra, 2009b. Summary of main Co-Extra deliverables &amp; results, perspectives, information dissemination &amp; application. www.coextra.eu/pdf/report1471.pdf</p>
<p>Coleno F.C., 2008. Simulation and evaluation of GM and non-GM segregation management strategies among European grain merchants. Journal of Food Engineering, 88 (3): 306-314.</p>
<p>GM Contamination Register. GeneWatch UK and Greenpeace International. www.gmcontaminationregister.org</p>
<p>Government of Norway, 1993. Act of 2 April 1993 No. 38 Relating to the Production and Use of Genetically  Modified Organisms, etc. (Gene Technology Act). http://www.regjeringen.no/en/doc/laws/Acts/gene-technology-act.html?id=173031</p>
<p>Hirzinger, T., et al., 2008. Organisation und Bewertung des erweiterten Qualitätsmanagements bei der Herstellung Gentechnikfreier Produkte am Beispiel der Raps- und Sojaverarbeitung. 47th annual conference of the German Association of Agricultural Economists, September 2007.</p>
<p>Menrad, K., et al , 2009. Cost of GMO-related co-existence and traceability systems in food production in Germany. International Association of Agricultural Economists Conference Paper, Beijing, 16-22 August 2009.</p>
<p>Messéan, A. et al., 2006. New case studies on the co-existence of GM and non-GM crops in European agriculture. Joint Research Centre (DG JRC) of the European Commission, Technical Report.</p>
<p>Moschini, G., et al., 2005. Segregation of Genetically Modified, Conventional and OrganicProducts in European Agriculture: A Multi-market Equilibrium Analysis. Journal of Agricultural Economics, 56: 347–372.</p>
<p>Norwegian Ministry of Environment, 2005. Regulations relating to impact assessment pursuant to the Gene Technology Act http://www.regjeringen.no/en/dep/md/documents-and-publications/acts-and-regulations/regulations/2005/regulations-relating-to-impact-assessmen.html?id=440455</p>
<p>Oehen, B. &amp; Stolze, M., 2009. Die Kosten der Koexistenz von gentechnisch veränderten und biologischen Kulturen: Fallbeispiele aus Frankreich und der Grenzregion. In: Mayer, J. et al. (edts.): Werte - Wege - Wirkungen: Biolandbau im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Markt und Klimawandel.</p>
<p>Schimpf, M., 2006. Koexistenz im landwirtschaftlichen Alltag - Bericht zur Verbreitung von gentechnisch verändertem Material durch Landmaschinen. AbL-Verlag.</p>
<p>Then, C. and Stolze, M., 2010. Seed purity: costs, advantages and risk management for markets avoiding genetically engineered plants. IFOAM report.</p>
<p>United States Government Accountability Office (GAO), 2008. Report to the Committee on Agriculture, Nutrition, and Forestry, U.S. Senate, Genetically engineered crops,www.gao.gov/cgi-bin/getrpt?GAO-09-60</p>
<p>Wenk, N., Stebler, D., Bickel, R., 2001. Warenflußtrennung von GVO in Lebensmitteln. Untersuchung im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit. Prognos – Europäisches Zentrum für Wirtschaftsforschung und Strategieberatung.</p>
<p> </p>
<p>Foto: Pixelquelle</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    <dc:date>2011-04-14T13:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/monsanto-wie-giftig-ist-roundup-fuer-menschen">
    <title>Monsanto: Wie giftig ist Roundup für Menschen?</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/monsanto-wie-giftig-ist-roundup-fuer-menschen</link>
    <description>Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO (Bertolote et al. 2006) gibt es weltweit jährlich rund drei Millionen Fälle von Pestizidvergiftungen, viele davon durch absichtliche Einnahme der toxischen Mittel. Untersuchungen zufolge nehmen sich jedes Jahr rund 300.000 Menschen  durch die Einnahme von Pestiziden das Leben: Ein Drittel aller Selbstmorde weltweit wird demnach mit Agrochemikalien verübt (Gunnell &amp; Eddleston 2003). </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p> </p>
<p>Es kann daher nicht verwundern, dass auch glyphosathaltige Pestizide – auf Grund der breiten Verwendung in herbizidtoleranten transgenen Pflanzen die am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel der Welt – in vielen Ländern der Welt als Mittel zur Selbstvergiftung verwendet werden. Bereits ältere Studien hatten gezeigt, dass das ursprünglich vom US-Konzern Monsanto entwickelte Totalherbizid Roundup in Staaten wie Taiwan, Korea und Japan als Mittel zum Selbstmord verwendet wird (z.B. Lee et al. 2000). Laut diesen Arbeiten endeten rund acht Prozent der untersuchten Fälle tödlich. Auch in Industriestaaten sind vorsätzliche  Selbstvergiftungen keine Seltenheit. Laut offiziellen Angaben versuchen sich z.B. in den USA jedes Jahr rund 300 Menschen mit Roundup zu vergiften.</p>
<p> </p>
<h3>Großstudie zu Suizidversuchen mit Roundup</h3>
<p>Im Wissenschaftsmagazin <i>Clinical Toxocology</i> veröffentlichte eine internationale Forschergruppe unlängst die bislang am breitesten angelegte Studie zu humantoxischen Auswirkungen von Roundup. Darin werden rund 600 Fälle von Glyphosatvergiftungen analysiert (Roberts et al. 2010). Die Publikation verdient auch deshalb Interesse, weil verschiedene Wissenschaftler von Monsanto an der Studie mitgewirkt haben.<br />Bei allen in der Studie untersuchten Menschen handelte es sich um Patienten, die nach der Einnahme von Roundup in Krankenhäuser in Sri Lanka eingeliefert worden waren. Dabei konnten bei rund 75 Prozent der Untersuchten Vergiftungserscheinungen festgestellt werden, rund drei Prozent der Patienten starben. <br />Leichte Symptomen ließen sich bei rund zwei Dritteln aller Patienten feststellen. Dabei reichten die Beschwerden von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen bis zu gesenktem Blutdruck und erhöhtem Puls.<br />Bei 5,5 Prozent der Fälle wurden mittelschwere oder schwere Symptomen wie Atemprobleme, Blutdrucksenkung, Herzrasen, verlangsamter Herzschlag, Bewusstseinsstörungen oder schlechte Sauerstoffversorgung des Blutes diagnostiziert. <br />Rund drei Prozent der Patienten starben innerhalb von 20 Stunden. Todesfälle traten insbesondere bei Alten und Kranken auf. Laut Aussage der Autoren war bereits ein Glas Roundup in der Lage, diese toxischen oder tödlichen Wirkungen auszulösen. Bradberry et al. (2004) kommen sogar zu der Einschätzung, dass Mengen von &gt;85 ml ausreichen, um schwere Vergiftungen zu verursachen.</p>
<p> </p>
<h3>Was macht Roundup giftig?</h3>
<p>Nicht klären kann die Studie allerdings die Frage, welche Bestandteile von Roundup und welche Stoffwechselvorgänge für die toxische Wirkung beim Menschen verantwortlich sind. Die Autoren  der Arbeit stellen hierzu lediglich verschiedene Theorien aus der wissenschaftlichen Literatur vor. <br />Diese legen unter anderem nahe, dass die Toxizität von Glyphosat durch bestimmte Netzmittel, insbesondere Tallowamin, deutlich erhöht wird. Das Pestizid besteht neben seinem Hauptwirkstoff Glyphosat aus zahlreichen Zusatzstoffen sowie deren jeweiligen Abbauprodukten. Unter anderem kann Roundup laut PAN (2009) folgende Stoffe enthalten:</p>
<ul>
<li> Glyphosat</li>
<li>Tallowamin (POEA)</li>
<li>Propylenglykol</li>
<li>Glyzerin</li>
<li>Natriumsulfit</li>
<li>Natriumbenzoat</li>
<li>Sorbinsäure</li>
<li>Natriumsalz von o-Phenylphenol</li>
<li>leichte aromatische Erdöldestillate</li>
<li>Methyl p-Hydroxybenzoat</li>
<li>3-iodo-2-propynyl Butylcarbamat</li>
<li>5-chloro-2-methyl 3(2H)-Isothiazolon</li>
</ul>
<p> </p>
<p>In einzelnen Formulierungen wie dem glyphosathaltigen Pestizid Rodeo fanden sich zusätzlich eine Vielzahl weiterer Stoffe (Diamond &amp; Durkin 1997). Die Interaktion der einzelnen Komponenten erschwert die Ursachenforschung bezüglich der toxischen Effekte von Roundup bedeutend. <br />Neben der Frage nach dem Grad der Toxizität einzelner Inhaltsstoffe herrscht nach wie vor auch Unklarheit darüber, welche Stoffwechselvorgänge die toxischen Folgen auslösen. Zentral werden zwei verschiedene Theorien diskutiert (z.B. Peixoto 2005; Bradberry et al. 2004). So deuten Untersuchungen darauf hin, dass Roundup Störungen in der Zellatmung bzw. der Energieerzeugung in den Mitochondrien auslöst („oxidative Phosphorylierung“). Andere Autoren gehen davon aus, dass glyphosathaltige Pestizide Schäden an der Zellmembran verursachen.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Bertolote, J. M., Fleischmann, A., Butchart, A. &amp; Besbelli, N. (2006). Suicide, suicide attempts and pesticides: a major hidden public health problem. Bulletin of the World Health Organization 84 (4).</p>
<p>Bradberry, S.M., Proudfoot, A.T., Vale, J.A. (2004). Glyphosate poisoning. Toxicol.Rev 23(3):159–67.</p>
<p>Diamond, G.L. &amp; Durkin, P.R. (1997). Effects of Surfactants on the Toxicity of Glyphosate, with Specific Reference to Rodeo. Report submitted to U.S. Department of Agriculture. SERA TR 97-206-1b. Syracuse Research Corporation and Syracuse Environmental Research Associates, New York.</p>
<p>Gunnell, D. &amp; Eddleston, M. (2003). Suicide by intentional ingestion of pesticides: a continuing tragedy in developing countries. International Journal of Epidemiology 32: 902–909.</p>
<p>Lee H.L., Chen K.W., Chi C.H., Huang J.J., Tsai L.M. (2000). Clinical presentations and prognostic factors of a glyphosate-surfactant herbicide intoxication: a review of 131 cases. Acad Emerg Med 7: 906–910.</p>
<p>PAN (2009). Monograph on Glyphosate. Pesticide Action Network Asia Pacific.</p>
<p>Peixoto F. (2005). Comparative effects of the Roundup and glyphosate on mitochondrial oxidative phosphorylation. Chemosphere 61(8): 1115–22.</p>
<p>Roberts, D.M., Buckley, N.A., Mohamed, F., Eddleston, M., Goldstein, D.A., Mehrsheikh, A.,  Bleeke, M.S., Dawson, A.H. (2010). A prospective observational study of the clinical toxicology of glyphosate-containing herbicides in adults with acute self-poisoning. Clin Toxicol 48(2): 129–136.</p>
<p> </p>
<p>Foto: usda. gov</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-12-08T11:05:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/fitnesskosten-bei-bt-reis">
    <title>Fitnesskosten bei Bt-Reis</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/fitnesskosten-bei-bt-reis</link>
    <description>Die Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen höhere Erträge erzielen als traditionell gezüchtete, wird seit Jahren auch  in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Die letzte Auseinandersetzung darüber wurde ausgetragen, nachdem die unabhängige US-Wissenschaftlerorganisation Union of Concerned Scientists im Jahr 2009 einen Bericht über das Ertragsverhalten von transgenem Mais und transgener Soja in den USA vorgelegt hatte (UCS 2009).</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<div id="content-core">
<div class="kssattr-macro-text-field-view kssattr-templateId-newsitem_view kssattr-atfieldname-text plain" id="parent-fieldname-text">
<p>Bei  transgener Soja können laut dieser Untersuchung keine  Ertragssteigerungen nachgewiesen werden, bei transgenem Mais ist der  Anteil gentechnischer Verfahren an der Steigerung der Erträge laut <i>Union  of Concerned Scientists </i>sehr gering. Weit größere Bedeutung haben  demnach Fortschritte bei traditionellen Züchtungsverfahren und  verbesserte Managementpraktiken.</p>
<p>Im führenden Biotechnologie-Wissenschaftsmagazin <i>Nature Biotechnology</i> entbrannte daraufhin eine hitzige Debatte. Derzeitiger Schlusspunkt der Auseinandersetzung: Eine von <i>Croplife</i>,  dem Verband der agrochemischen Industrie, in Auftrag gegebene  Gegenstudie, die zu dem Ergebnis kommt, dass bei der Mehrzahl der  veröffentlichten Studien Ertragssteigerungen festgestellt werden konnten  (Carpenter 2010).</p>
<h3>Keine Schädlinge, kein Ertrag</h3>
<p>Eine  aktuelle Studie über die Ertragssicherheit von transgenem Bt-Reis fügt  dieser Diskussion eine interessante Komponente hinzu. In der Zeitschrift  <i>Field Crops Research</i> veröffentlichten chinesische Wissenschaftler die  Ergebnisse von mehrjährigen Anbauversuchen mit drei verschiedenen Linien  von transgenem Reis. Eine davon produzierte ein für bestimmte Insekten  toxisches Bt-Gift (Cry1Ac), eine zweite Linie den ebenfalls für den  Einsatz gegen Schadinsekten vorgesehenen Stoff Trypsin-Inhibitor. Eine  dritte Linie enthielt beide Genkonstrukte. Während die Reispflanzen bei  starkem Schädlingsbefall höhere Erträge als die nichttransgenen  Vergleichslinien erzielten, zeigte sich bei niedrigem Befall durch  Schadinsekten ein unvorhergesehener Einbruch bei den erhobenen Ertrags-  und Fertilitätsparametern (z.B. Ertrag pro Pflanze, Reiskörner pro  Pflanze). Besonders auffällig waren die Einbussen bei der Reislinie, die  beide Transgene enthielt. Die Forscher bestätigten damit frühere  Ergebnisse, die mit den gleichen transgenen Reislinien durchgeführt  worden waren (Chen et al. 2006).<br />Für die Ertragseinbussen machen sie  das Phänomen der „Fitnesskosten“ verantwortlich, die offenbar durch den  Einbau transgener Konstrukte ausgelöst werden können.<br />Laut den  Autoren gibt es mittlerweile eine Reihe von Untersuchungen, die darauf  hindeuten, dass dem Stoffwechsel von transgenen Pflanze aufgrund der  Produktion zusätzlicher Proteine (z.B. von Bt-Toxinen) weniger Energie  für andere Prozesse - wie der Ertragsbildung - zur Verfügung stehen.  Laut einer zweiten Theorie könnten auch durch den gentechnischen  Eingriff verursachte Veränderungen auf genomischer Ebene ursächlich für  solche Fitnesskosten sein.</p>
<h3>Fitnesskosten in der wissenschaftlichen Literatur</h3>
<p>Die  chinesischen Wissenschaftler zitieren eine Reihe von Untersuchungen, in  denen Fitnesskosten bei gentechnisch veränderten Pflanzen nachgewiesen  werden konnten (Quellen bei Xia et al. 2010):</p>
<ul>
<li>bei einer Studie mit kältetoleranten <i>Arabodopsis thaliana</i>-Pflanzen  verringerte sich die Zahl der Fruchtkörper; ursächlich dafür war laut  den Autoren der Studie die Überexpression des eingebauten Transgens</li>
<li>bei  einem Experiment mit gentechnisch verändertem Weizen verringerte sich  das Tausendkorngewicht der Samen; die Forscher begründeten dies mit der  Überexpression des eingebauten Transgens, das Rosterkrankungen  verhindern sollte</li>
<li>gentechnisch veränderte Birken mit  eingebauter Pilzresistenz wiesen eine geringere Wachstumsrate auf als  nichttransgene Kontrollbäume; die Autoren führten dies auf  Positionseffekte des eingebauten Transgens zurück</li>
<li>Bt-Baumwolle reagierte in Freisetzungsversuchen in Indien bei geringem Schädlingsbefall mit Ertragseinbussen</li>
<li>beim  Anbau von Monsantos MON810-Mais in Spanien konnten bei geringem  Auftreten von Schadinsekten keine höheren Erträge erzielt werden als bei  konventionellen Vergleichssorten; auch dies laut Xia et al. ein Hinweis  auf Fitnesskosten.</li>
</ul>
<p><br />Weitere Fälle sind bei Chen et al. (2006) dokumentiert:</p>
<ul>
<li>gentechnisch  veränderter Klee, dem ein Albumin-Gen aus der Sonnenblume eingebaut  worden war, zeigte im Vergleich mit nichttransgenem Klee einen  signifikanten Rückgang der Fruchtbarkeit</li>
<li>bei transgenen  Zuckerrüben, die gegen eine Viruserkrankung resistent gemacht worden  waren, konnten deutliche Ertragsrückgänge festgestellt werden.</li>
</ul>
<p><br />Xia  et al. folgern aus den bisher bekannt gewordenen Fällen, dass  Fitnesskosten bei gentechnisch veränderten Pflanzen offenbar weit  verbreitet sind. Genauere Untersuchungen über Ursachen und Mechanismen  von Fitnesskosten fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bislang  weitgehend. Forschungsbedarf sehen die Wissenschaftler insbesondere mit  Blick auf zukünftige Generationen von gentechnisch veränderten Pflanzen,  die zum Beispiel gegen abiotische Stressfaktoren wie Trockenheit oder  salzige Böden widerstandsfähig gemacht werden sollen.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Carpenter,  J. E. (2010). Peer-reviewed surveys indicate positive impact of  commercialized GM crops. Nature Biotechnology 28, 319 – 321.</p>
<p>Chen,  L.Y., Snow, A.A., Wang, F., Lu, B.R. (2006). Effects of  insect-resistance transgenes on fecundity in rice (Oryza sativa,  Poaceae): a test for underlying costs. American Journal of Botany, 93,  94-101.</p>
<p>UCS (2009). Failure to yield. Union of Concerned Scientists.</p>
<p>Xia,  H., Chen, L., Wang, F., Lu, B.R. (2010). Yield benefit and underlying  cost of insect-resistance transgenic rice: Implication in breeding and  deploying transgenic crops. Field Crops Research, 118, 215–220.</p>
</div>
</div>
<p>﻿</p>]]></content:encoded>
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