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  <title>Aktuelle Artikel</title>
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  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/die-kosten-der-koexistenz">
    <title>Die Kosten der Koexistenz</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/die-kosten-der-koexistenz</link>
    <description>Welche Kosten entstehen beim Nebeneinander von transgenen und konventionellen Pflanzen? Wie wirkt sich die Koexistenz auf die Kosten der Lebensmittelproduktion aus? Und wie können solche wirtschaftlichen und andere sozioökonomische Effekte im Rahmen von Zulassungsverfahren bewertet werden? </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Diese Fragen werden in einer Studie für die Umweltorganisation Friends of the Earth diskutiert. [<a class="internal-link" href="../../publikationen/Socio_economic_effects_gmos_FoEEbriefing_Mar2011.pdf">Vollständige Studie, engl.</a>]</p>
<p>Die Studie kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:</p>
<ul>
<li>entlang der Lebensmittelkette entstehen bereits ohne großflächigen kommerziellen Anbau von transgenen Pflanzen hohe Kosten durch globale Kontaminationsereignisse, Koexistenzmaßnahmen oder Trennung von Warenströmen, </li>
<li>offizielle Modelle zur Prognose der Effekte eines großflächigen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa unterschätzen die tatsächlichen Kosten, da sie auf einem Schwellenwert von 0,9% basieren, der in der Europäischen Lebensmittelwirtschaft keine Rolle spielt, </li>
<li>die Einbeziehung von sozioökonomischen Kriterien in das Zulassungsverfahren für transgene Pflanzen ist möglich und wird in Ländern wie Norwegen bereits praktiziert.</li>
</ul>
<p> </p>
<h3>Sozioökonomische Faktoren bei der Bewertung von GVO?</h3>
<p>Das europäische Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) basiert auf der Bewertung von Risiken für Gesundheit und Umwelt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass Anbau und Verarbeitung von transgenen Pflanzen  weit reichende wirtschaftliche Auswirkungen haben können, die von diesem gesetzlichen Rahmen nicht gedeckt werden.<br />Seit einiger Zeit gibt es daher in der EU Überlegungen, so genannte sozioökonomische Faktoren in das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen zu integrieren. Unter sozioökonomischen Kriterien versteht man unter anderem wirtschaftliche, soziale oder ethische Auswirkungen, z.B. Folgen für die ländliche Entwicklung, die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit, Auswirkungen auf die Preise landwirtschaftlicher Produkte oder auch die Kosten für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft.<br />Gesetzlich verankert wurde die Bewertung von sozioökonomischen Kriterien bereits in Norwegen. Artikel 17 des norwegischen Gentechnikgesetzes sieht in diesem Zusammenhang unter anderem die Bewertung von Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Nutzen vor . Bewertet wird, ob der GVO der Gesellschaft nützt und zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Hierzu werden unter anderem Kosten-Nutzenanalysen durchgeführt (Norwegian Ministry of Environment 2005; Government of Norway 1993).</p>
<h3>Offizielle Forschung mit unrealistischen Szenarien</h3>
<p>Bei der Trennung von Gentechnik- und gentechnikfreien Produkten entstehen Kosten auf allen Stufen der Lebensmittelerzeugung, z.B. für Investitionen in die Trennung von Warenströmen, Koexistenzmaßnahmen auf dem Acker, Ausbildung von Mitarbeitern, Tests oder Qualitätssicherung. Zahlreiche Studien und auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen gehen dabei vielfach an der Wirklichkeit der Lebensmittelwirtschaft vorbei. Die Berechnungen, die beispielsweise vom offiziellen EU-Koexistenzforschungsprogramm Co-Extra angestellt werden, gehen für den Fall eines kommerziellen Anbaus von transgenen Pflanzen je nach Pflanzenart von Preissteigerungen bis zu 13% aus - bei einem angenommenen Schwellenwert von 0,9% (Co-Extra 2009a). Dieser entspricht jedoch nicht der wirtschaftlichen Realität, da er nicht die nötigen Sicherheitsmargen der Lebensmittelindustrie wiedergibt. In einem Abschlussdokument zum Co-Extra-Programm wird diesbezüglich konstatiert, dass in der gesamten europäischen Lebensmittelindustrie Grenzwerte von 0,1 bis höchstens 0,3% gelten (Co-Extra 2009b).</p>
<p><i>“From interviews conducted with European and third countries companies involved in commodity supply chains, it can be stated that a vast majority of stakeholders, if not all, are using a practical threshold which is lower than the labelling threshold (generally from 1/3rd to 1/10th of the labelling threshold, more generally 0.1% of DNA based unit GMO content).“</i></p>
<p>Bei Einhaltung dieser Grenzwerte entstehen höhere Kosten als in den offiziellen Modellen.</p>
<h3>Koexistenz bei niedrigen Grenzwerten kaum möglich</h3>
<p>Für die Koexistenz auf dem Acker bedeuten die von der Lebensmittelwirtschaft gesetzten Grenzwerte, dass die derzeit geltenden Gesetze nicht mit den ökonomischen Realitäten korrelieren. Wenn die Lebensmittelindustrie in Endprodukten GVO-Anteile von höchstens 0,1 bis 0,3% zulässt, macht ein Schwellenwert von 0,9% für die landwirtschaftliche Erzeugung kaum Sinn.<br />Auch laut Co-Extra bedeuten die in der Lebensmittelwirtschaft geltenden Grenzwerte, dass die Koexistenz auf dem Acker in Europa nur unter - gegenüber dem heutigen Stand - völlig veränderten Bedingungen vorstellbar ist. So müssten entweder die Isolationsabstände stark vergrößert werden, oder es müsste eine strikte Trennung zwischen Gentechnik-Anbaugebieten und gentechnikfreien Regionen erfolgen (Co-Extra 2009b).</p>
<p><i>„In conclusion, according to the results of SIGMEA models and the results of Co‐Extra, particularly those concerning the practical contractual threshold used by the stakeholders, and the available techniques and information systems, coexistence in European fields, whose size is on average rather small, would be possible only by using large isolation distances (together with strong information system of farmers) or in dedicated production areas, be it GMO or non‐GMO.“</i></p>
<h3>Kosten der Koexistenz auf dem Acker</h3>
<p>Maßnahmen zur Sicherung der Koexistenz führen zu Kosten – sowohl für Gentechnikanwender als auch für gentechnikfrei arbeitende Landwirte. Modellberechnungen für Gebiete in Frankreich und Deutschland zeigen, dass bei  großflächigem Anbau von transgenem Mais wahrscheinlich beide Seiten ökonomische Einbußen erleiden würden (Oehen &amp; Stolze 2009). Gentechnikanwender erzielen laut dem Modell nur Gewinne, wenn auf mehr als 90% der Flächen transgener Mais wächst. Gentechnikfrei arbeitende Landwirte profitieren nur, wenn sie höhere Preise für geprüfte gentechnikfreie Ware erzielen.<br />In einer weiteren aktuellen Publikation werden die möglichen wirtschaftlichen Effekte einer großflächigen Einführung von Bt-Mais und herbizidtolerantem Raps in Deutschland berechnet (Barkmann et al. 2010). Die Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Kiel kommen zu dem Schluss, dass die Kosten für Monitoring, Warentrennung und Tests die möglichen geringeren Produktionskosten von Gentechnikanwendern bei weitem übersteigen. Demnach kommen auf jeden Euro geringerer Produktionskosten fünf Euro Test- oder Monitoringkosten. Aus ökonomischer Sicht raten die Forscher daher von der großflächigen Einführung von gentechnisch verändertem Mais und Raps ab.</p>
<p><i>“For each single € economically gained by lower production costs, 5 € direct costs and loss of consumer utility are incurred. Thus, legal approval of large scale cropping of Bt maize and HR-OSR is not indicated economically.”</i></p>
<h3>Saatguterzeugung und Ernte</h3>
<p>Gentechnikfreies Saatgut ist Grundbedingung für die gentechnikfreie Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel. Beispiele wie LL601-Reis oder Triffid-Leinsamen zeigen, dass sich die Kosten für die gesamte Lebensmittelwirtschaft vervielfachen, wenn Saatgutkontaminationen auftreten (Then &amp; Stolze 2010). Saatguthersteller ergreifen daher umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, um Saatgut frei von gentechnischen Bestandteilen zu halten. Eine Studie der EU-Kommission geht z.B. davon aus, dass im Falle eines kommerziellen Anbaus von transgenen Zuckerrüben in Saatguterzeugungsgebieten für die Einhaltung eines Schwellenwertes von 0,1% Kosten von bis zu 400 €/h anfallen könnten, bei Mais bei einem Schwellenwert von 0,3% bis zu 483 €/ha (Messéan et al. 2006).<br />Problematisch ist auch die überbetriebliche Maschinennutzung, insbesondere bei Aussaat und Ernte. Die vollständige Reinigung eines Mähdreschers (die zwischen der Ernte von Gentechnik-Feldern und benachbarten gentechnikfreien Feldern nötig wäre) dauert beispielsweise mehrere Stunden und verursacht Kosten von bis zu 1800 € (Schimpf 2006). Werden diese Reinigungen nicht durchgeführt, können einer Studie des Joint Research Center zufolge allein hier Kontaminationen von bis zu 0,4% entstehen (Messéan et al. 2006).</p>
<h3>Transport und Lagerung</h3>
<p>Modellen zufolge entstehen bei einem großflächigem Anbau von transgenen Pflanzen auch hohe Kosten für getrennte Lagerung und Transport. Einer Simulation französischer Wissenschaftler zufolge könnten sich z.B. in Frankreich durch die notwendigen Trennungsmaßnahmen die Transporte von Getreide zu Trocknungsanlagen um bis zu 700% verteuern, die gesamten Trocknungskosten um 17 bis 34% (Coleno 2008).</p>
<h3>Mühlen</h3>
<p>Besonders aufwendig ist die Trennung von gentechnisch veränderten und gentechnikfreien Ernteprodukten bei der Verarbeitung in Mühlen, wenn dieselben Anlagen benutzt werden müssen. Eine der wenigen praxisrelevanten Studien über die Schwierigkeiten der Verarbeitung von transgenem Mais wurde in der Schweiz durchgeführt (Wenk et al. 2001). Dort wurde in einem Experiment gemessen, wie lange es nach einer Verarbeitung von Bt-Mais dauert, bis das transgene Material aus der Anlage entfernt ist. Ergebnis: Selbst nach einer vollständigen Reinigung der Anlage und mehr als zwei Stunden Spülung mit gentechnikfreiem Mais lag der GVO-Anteil in Maismehl noch bei einem Prozent. In Europa verfolgen daher so gut wie alle Marktteilnehmer eine GVO-Vermeidungsstrategie. Doch diese Strategie verursacht Kosten: Für gentechnikfreie Produkte entstehen Mühlen je nach Pflanzenart Mehrkosten von bis zu 25% (Hirzinger et al. 2008). Es ist davon auszugehen, dass diese Kosten weiter steigen, wenn es zum großflächigem kommerziellen Anbau transgener Pflanzen in Europa kommt.</p>
<h3>Lebensmittelverarbeitung</h3>
<p>Auf der Ebene der Lebensmittelverarbeitung entstehen weitere Kosten, die laut Co-Extra im Falle eines großflächigen kommerziellen Anbaus transgener Pflanzen in Deutschland die Preise von gentechnikfreien Weizenprodukten um bis zu 10,7%, die von Rapsprodukten um bis zu 12,8% und die von Zuckerrübenprodukten um bis zu 4,9% ansteigen lassen könnten (Menrad et al. 2009). Da die Modelle des EU-Projekts jedoch auf einem Grenzwert von 0,9% beruhen (und nicht dem in der europäischen Lebensmittelwirtschaft üblichen Grenzwert von 0,1 - 0,3%), ist davon auszugehen, dass die Zusatzkosten für gentechnikfreie Produkte noch deutlich höher liegen könnten. Bereits heute verursacht die Herstellung gentechnikfreier Produkte bei vielen Lebensmittelherstellern millionenschwere Kosten (Beispiele in Then &amp; Stolze 2009).</p>
<h3>Kontaminationen</h3>
<p>Kontaminationen machen einen erheblichen Teil der ökonomischen Folgekosten des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen aus.<br />Bislang wurden weltweit mehr als 300 Fälle von Kontaminationsfällen dokumentiert (GM Contamination Register). Einige dieser Fälle haben Milliardenschäden bei Landwirten, Lebensmittelherstellern und Supermärkten verursacht. Vielfach wurden auch staatliche Gelder für die Beseitigung und Kontrolle der Kontaminationen verwendet. Bekannte Kontaminationsereignisse betrafen dabei z.B.:</p>
<ul>
<li>Starlink-Mais (USA, 2000): keine abschließenden Daten, Schätzungen zufolge Kosten bis zu 2 Mrd. US-$;</li>
</ul>
<ul>
<li>LL601-Reis (USA, 2006): keine abschließenden Daten, Kosten jedoch mindestens 741 Mio. bis 1,285 Mrd. US-$ (Blue 2007);</li>
</ul>
<ul>
<li>Triffid-Leinsamen (Kanada, 2009): Kosten noch nicht abschätzbar, der Leinsamenanbau ging in Folge des Kontaminationsfalles landesweit um rund 50% zurück, die Preise lagen noch im gesamten Jahr 2010 um mehr als 25% unter dem normalen Niveau.</li>
</ul>
<p> </p>
<h3>Kosten überwiegen</h3>
<p>In einer Studie kamen US-Ökonomen zu dem Ergebnis, dass bei einer Einführung von GVO in Europa die Kosten den Nutzen wohl übersteigen würden. Dies sei vor allem den Trennungskosten geschuldet (Moschini et al. 2005):</p>
<p><i>“... that the introduction of GM food reduces overall EU welfare, mostly because of the associated need for costly segregation of non-GM products.”</i></p>
<p>Auch andere Publikationen aus jüngerer Zeit deuten darauf hin, dass die volkswirtschaftlichen Kosten der GVO-Landwirtschaft, ob durch Kontaminationsfälle oder Koexistenzmaßnahmen in Land- und Lebensmittelwirtschaft, möglicherweise höher sind als  Kosteneinsparungen oder höhere Gewinne auf der Anwenderseite. Die ohnehin schon hohen wirtschaftlichen Belastungen von Lebensmittelherstellern, Mühlen oder Saatguterzeugern scheinen bei der heutigen Gesetzeslage nur tolerierbar, wenn es nicht zu einem großflächigen Anbau transgener Pflanzen in Europa kommt. Eine Einbeziehung dieser wirtschaftlichen und anderer sozioökonomischer Effekte in das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen könnte helfen, die momentan einseitige Kostenbürde für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft angemessen zu bewerten.</p>
<p><i>Dieser Text ist eine Kurzfassung der Studie „<a class="internal-link" href="../../publikationen/Socio_economic_effects_gmos_FoEEbriefing_Mar2011.pdf">The socio-economic effects of GMOs - Hidden costs for the food chain</a>“ (Friends of the Earth Briefing, März 2011; Autor: Andreas Bauer-Panskus)</i></p>
<p> </p>
<h3>Quellen</h3>
<p>Barkmann, J., et al., 2010. GM maize and oil seed rape in Germany: Economic welfare losses from large scale adoption scenarios. In: Breckling, B. &amp; Verhoeven, R.: Implications of GM-Crop Cultivation at Large Spatial Scales. Theorie in der Ökologie 16. Frankfurt, Peter Lang.</p>
<p>Blue, E.N., 2007. Risky Business: Economic and regulatory impacts from the unintended release of genetically engineered rice varieties into the rice merchandising system of the US. Greenpeace International. www.greenpeace.org/international/press/reports/riskybusiness</p>
<p>Co-Extra, 2009a. Outcomes of Co-Extra. www.coextra.eu/pdf/report1472.pdf</p>
<p>Co-Extra, 2009b. Summary of main Co-Extra deliverables &amp; results, perspectives, information dissemination &amp; application. www.coextra.eu/pdf/report1471.pdf</p>
<p>Coleno F.C., 2008. Simulation and evaluation of GM and non-GM segregation management strategies among European grain merchants. Journal of Food Engineering, 88 (3): 306-314.</p>
<p>GM Contamination Register. GeneWatch UK and Greenpeace International. www.gmcontaminationregister.org</p>
<p>Government of Norway, 1993. Act of 2 April 1993 No. 38 Relating to the Production and Use of Genetically  Modified Organisms, etc. (Gene Technology Act). http://www.regjeringen.no/en/doc/laws/Acts/gene-technology-act.html?id=173031</p>
<p>Hirzinger, T., et al., 2008. Organisation und Bewertung des erweiterten Qualitätsmanagements bei der Herstellung Gentechnikfreier Produkte am Beispiel der Raps- und Sojaverarbeitung. 47th annual conference of the German Association of Agricultural Economists, September 2007.</p>
<p>Menrad, K., et al , 2009. Cost of GMO-related co-existence and traceability systems in food production in Germany. International Association of Agricultural Economists Conference Paper, Beijing, 16-22 August 2009.</p>
<p>Messéan, A. et al., 2006. New case studies on the co-existence of GM and non-GM crops in European agriculture. Joint Research Centre (DG JRC) of the European Commission, Technical Report.</p>
<p>Moschini, G., et al., 2005. Segregation of Genetically Modified, Conventional and OrganicProducts in European Agriculture: A Multi-market Equilibrium Analysis. Journal of Agricultural Economics, 56: 347–372.</p>
<p>Norwegian Ministry of Environment, 2005. Regulations relating to impact assessment pursuant to the Gene Technology Act http://www.regjeringen.no/en/dep/md/documents-and-publications/acts-and-regulations/regulations/2005/regulations-relating-to-impact-assessmen.html?id=440455</p>
<p>Oehen, B. &amp; Stolze, M., 2009. Die Kosten der Koexistenz von gentechnisch veränderten und biologischen Kulturen: Fallbeispiele aus Frankreich und der Grenzregion. In: Mayer, J. et al. (edts.): Werte - Wege - Wirkungen: Biolandbau im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Markt und Klimawandel.</p>
<p>Schimpf, M., 2006. Koexistenz im landwirtschaftlichen Alltag - Bericht zur Verbreitung von gentechnisch verändertem Material durch Landmaschinen. AbL-Verlag.</p>
<p>Then, C. and Stolze, M., 2010. Seed purity: costs, advantages and risk management for markets avoiding genetically engineered plants. IFOAM report.</p>
<p>United States Government Accountability Office (GAO), 2008. Report to the Committee on Agriculture, Nutrition, and Forestry, U.S. Senate, Genetically engineered crops,www.gao.gov/cgi-bin/getrpt?GAO-09-60</p>
<p>Wenk, N., Stebler, D., Bickel, R., 2001. Warenflußtrennung von GVO in Lebensmitteln. Untersuchung im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit. Prognos – Europäisches Zentrum für Wirtschaftsforschung und Strategieberatung.</p>
<p> </p>
<p>Foto: Pixelquelle</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    <dc:date>2011-04-14T13:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/monsanto-wie-giftig-ist-roundup-fuer-menschen">
    <title>Monsanto: Wie giftig ist Roundup für Menschen?</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/monsanto-wie-giftig-ist-roundup-fuer-menschen</link>
    <description>Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO (Bertolote et al. 2006) gibt es weltweit jährlich rund drei Millionen Fälle von Pestizidvergiftungen, viele davon durch absichtliche Einnahme der toxischen Mittel. Untersuchungen zufolge nehmen sich jedes Jahr rund 300.000 Menschen  durch die Einnahme von Pestiziden das Leben: Ein Drittel aller Selbstmorde weltweit wird demnach mit Agrochemikalien verübt (Gunnell &amp; Eddleston 2003). </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p> </p>
<p>Es kann daher nicht verwundern, dass auch glyphosathaltige Pestizide – auf Grund der breiten Verwendung in herbizidtoleranten transgenen Pflanzen die am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel der Welt – in vielen Ländern der Welt als Mittel zur Selbstvergiftung verwendet werden. Bereits ältere Studien hatten gezeigt, dass das ursprünglich vom US-Konzern Monsanto entwickelte Totalherbizid Roundup in Staaten wie Taiwan, Korea und Japan als Mittel zum Selbstmord verwendet wird (z.B. Lee et al. 2000). Laut diesen Arbeiten endeten rund acht Prozent der untersuchten Fälle tödlich. Auch in Industriestaaten sind vorsätzliche  Selbstvergiftungen keine Seltenheit. Laut offiziellen Angaben versuchen sich z.B. in den USA jedes Jahr rund 300 Menschen mit Roundup zu vergiften.</p>
<p> </p>
<h3>Großstudie zu Suizidversuchen mit Roundup</h3>
<p>Im Wissenschaftsmagazin <i>Clinical Toxocology</i> veröffentlichte eine internationale Forschergruppe unlängst die bislang am breitesten angelegte Studie zu humantoxischen Auswirkungen von Roundup. Darin werden rund 600 Fälle von Glyphosatvergiftungen analysiert (Roberts et al. 2010). Die Publikation verdient auch deshalb Interesse, weil verschiedene Wissenschaftler von Monsanto an der Studie mitgewirkt haben.<br />Bei allen in der Studie untersuchten Menschen handelte es sich um Patienten, die nach der Einnahme von Roundup in Krankenhäuser in Sri Lanka eingeliefert worden waren. Dabei konnten bei rund 75 Prozent der Untersuchten Vergiftungserscheinungen festgestellt werden, rund drei Prozent der Patienten starben. <br />Leichte Symptomen ließen sich bei rund zwei Dritteln aller Patienten feststellen. Dabei reichten die Beschwerden von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen bis zu gesenktem Blutdruck und erhöhtem Puls.<br />Bei 5,5 Prozent der Fälle wurden mittelschwere oder schwere Symptomen wie Atemprobleme, Blutdrucksenkung, Herzrasen, verlangsamter Herzschlag, Bewusstseinsstörungen oder schlechte Sauerstoffversorgung des Blutes diagnostiziert. <br />Rund drei Prozent der Patienten starben innerhalb von 20 Stunden. Todesfälle traten insbesondere bei Alten und Kranken auf. Laut Aussage der Autoren war bereits ein Glas Roundup in der Lage, diese toxischen oder tödlichen Wirkungen auszulösen. Bradberry et al. (2004) kommen sogar zu der Einschätzung, dass Mengen von &gt;85 ml ausreichen, um schwere Vergiftungen zu verursachen.</p>
<p> </p>
<h3>Was macht Roundup giftig?</h3>
<p>Nicht klären kann die Studie allerdings die Frage, welche Bestandteile von Roundup und welche Stoffwechselvorgänge für die toxische Wirkung beim Menschen verantwortlich sind. Die Autoren  der Arbeit stellen hierzu lediglich verschiedene Theorien aus der wissenschaftlichen Literatur vor. <br />Diese legen unter anderem nahe, dass die Toxizität von Glyphosat durch bestimmte Netzmittel, insbesondere Tallowamin, deutlich erhöht wird. Das Pestizid besteht neben seinem Hauptwirkstoff Glyphosat aus zahlreichen Zusatzstoffen sowie deren jeweiligen Abbauprodukten. Unter anderem kann Roundup laut PAN (2009) folgende Stoffe enthalten:</p>
<ul>
<li> Glyphosat</li>
<li>Tallowamin (POEA)</li>
<li>Propylenglykol</li>
<li>Glyzerin</li>
<li>Natriumsulfit</li>
<li>Natriumbenzoat</li>
<li>Sorbinsäure</li>
<li>Natriumsalz von o-Phenylphenol</li>
<li>leichte aromatische Erdöldestillate</li>
<li>Methyl p-Hydroxybenzoat</li>
<li>3-iodo-2-propynyl Butylcarbamat</li>
<li>5-chloro-2-methyl 3(2H)-Isothiazolon</li>
</ul>
<p> </p>
<p>In einzelnen Formulierungen wie dem glyphosathaltigen Pestizid Rodeo fanden sich zusätzlich eine Vielzahl weiterer Stoffe (Diamond &amp; Durkin 1997). Die Interaktion der einzelnen Komponenten erschwert die Ursachenforschung bezüglich der toxischen Effekte von Roundup bedeutend. <br />Neben der Frage nach dem Grad der Toxizität einzelner Inhaltsstoffe herrscht nach wie vor auch Unklarheit darüber, welche Stoffwechselvorgänge die toxischen Folgen auslösen. Zentral werden zwei verschiedene Theorien diskutiert (z.B. Peixoto 2005; Bradberry et al. 2004). So deuten Untersuchungen darauf hin, dass Roundup Störungen in der Zellatmung bzw. der Energieerzeugung in den Mitochondrien auslöst („oxidative Phosphorylierung“). Andere Autoren gehen davon aus, dass glyphosathaltige Pestizide Schäden an der Zellmembran verursachen.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Bertolote, J. M., Fleischmann, A., Butchart, A. &amp; Besbelli, N. (2006). Suicide, suicide attempts and pesticides: a major hidden public health problem. Bulletin of the World Health Organization 84 (4).</p>
<p>Bradberry, S.M., Proudfoot, A.T., Vale, J.A. (2004). Glyphosate poisoning. Toxicol.Rev 23(3):159–67.</p>
<p>Diamond, G.L. &amp; Durkin, P.R. (1997). Effects of Surfactants on the Toxicity of Glyphosate, with Specific Reference to Rodeo. Report submitted to U.S. Department of Agriculture. SERA TR 97-206-1b. Syracuse Research Corporation and Syracuse Environmental Research Associates, New York.</p>
<p>Gunnell, D. &amp; Eddleston, M. (2003). Suicide by intentional ingestion of pesticides: a continuing tragedy in developing countries. International Journal of Epidemiology 32: 902–909.</p>
<p>Lee H.L., Chen K.W., Chi C.H., Huang J.J., Tsai L.M. (2000). Clinical presentations and prognostic factors of a glyphosate-surfactant herbicide intoxication: a review of 131 cases. Acad Emerg Med 7: 906–910.</p>
<p>PAN (2009). Monograph on Glyphosate. Pesticide Action Network Asia Pacific.</p>
<p>Peixoto F. (2005). Comparative effects of the Roundup and glyphosate on mitochondrial oxidative phosphorylation. Chemosphere 61(8): 1115–22.</p>
<p>Roberts, D.M., Buckley, N.A., Mohamed, F., Eddleston, M., Goldstein, D.A., Mehrsheikh, A.,  Bleeke, M.S., Dawson, A.H. (2010). A prospective observational study of the clinical toxicology of glyphosate-containing herbicides in adults with acute self-poisoning. Clin Toxicol 48(2): 129–136.</p>
<p> </p>
<p>Foto: usda. gov</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>startseite</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-12-08T11:05:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/fitnesskosten-bei-bt-reis">
    <title>Fitnesskosten bei Bt-Reis</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekonomie/fitnesskosten-bei-bt-reis</link>
    <description>Die Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen höhere Erträge erzielen als traditionell gezüchtete, wird seit Jahren auch  in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Die letzte Auseinandersetzung darüber wurde ausgetragen, nachdem die unabhängige US-Wissenschaftlerorganisation Union of Concerned Scientists im Jahr 2009 einen Bericht über das Ertragsverhalten von transgenem Mais und transgener Soja in den USA vorgelegt hatte (UCS 2009).</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<div id="content-core">
<div class="kssattr-macro-text-field-view kssattr-templateId-newsitem_view kssattr-atfieldname-text plain" id="parent-fieldname-text">
<p>Bei  transgener Soja können laut dieser Untersuchung keine  Ertragssteigerungen nachgewiesen werden, bei transgenem Mais ist der  Anteil gentechnischer Verfahren an der Steigerung der Erträge laut <i>Union  of Concerned Scientists </i>sehr gering. Weit größere Bedeutung haben  demnach Fortschritte bei traditionellen Züchtungsverfahren und  verbesserte Managementpraktiken.</p>
<p>Im führenden Biotechnologie-Wissenschaftsmagazin <i>Nature Biotechnology</i> entbrannte daraufhin eine hitzige Debatte. Derzeitiger Schlusspunkt der Auseinandersetzung: Eine von <i>Croplife</i>,  dem Verband der agrochemischen Industrie, in Auftrag gegebene  Gegenstudie, die zu dem Ergebnis kommt, dass bei der Mehrzahl der  veröffentlichten Studien Ertragssteigerungen festgestellt werden konnten  (Carpenter 2010).</p>
<h3>Keine Schädlinge, kein Ertrag</h3>
<p>Eine  aktuelle Studie über die Ertragssicherheit von transgenem Bt-Reis fügt  dieser Diskussion eine interessante Komponente hinzu. In der Zeitschrift  <i>Field Crops Research</i> veröffentlichten chinesische Wissenschaftler die  Ergebnisse von mehrjährigen Anbauversuchen mit drei verschiedenen Linien  von transgenem Reis. Eine davon produzierte ein für bestimmte Insekten  toxisches Bt-Gift (Cry1Ac), eine zweite Linie den ebenfalls für den  Einsatz gegen Schadinsekten vorgesehenen Stoff Trypsin-Inhibitor. Eine  dritte Linie enthielt beide Genkonstrukte. Während die Reispflanzen bei  starkem Schädlingsbefall höhere Erträge als die nichttransgenen  Vergleichslinien erzielten, zeigte sich bei niedrigem Befall durch  Schadinsekten ein unvorhergesehener Einbruch bei den erhobenen Ertrags-  und Fertilitätsparametern (z.B. Ertrag pro Pflanze, Reiskörner pro  Pflanze). Besonders auffällig waren die Einbussen bei der Reislinie, die  beide Transgene enthielt. Die Forscher bestätigten damit frühere  Ergebnisse, die mit den gleichen transgenen Reislinien durchgeführt  worden waren (Chen et al. 2006).<br />Für die Ertragseinbussen machen sie  das Phänomen der „Fitnesskosten“ verantwortlich, die offenbar durch den  Einbau transgener Konstrukte ausgelöst werden können.<br />Laut den  Autoren gibt es mittlerweile eine Reihe von Untersuchungen, die darauf  hindeuten, dass dem Stoffwechsel von transgenen Pflanze aufgrund der  Produktion zusätzlicher Proteine (z.B. von Bt-Toxinen) weniger Energie  für andere Prozesse - wie der Ertragsbildung - zur Verfügung stehen.  Laut einer zweiten Theorie könnten auch durch den gentechnischen  Eingriff verursachte Veränderungen auf genomischer Ebene ursächlich für  solche Fitnesskosten sein.</p>
<h3>Fitnesskosten in der wissenschaftlichen Literatur</h3>
<p>Die  chinesischen Wissenschaftler zitieren eine Reihe von Untersuchungen, in  denen Fitnesskosten bei gentechnisch veränderten Pflanzen nachgewiesen  werden konnten (Quellen bei Xia et al. 2010):</p>
<ul>
<li>bei einer Studie mit kältetoleranten <i>Arabodopsis thaliana</i>-Pflanzen  verringerte sich die Zahl der Fruchtkörper; ursächlich dafür war laut  den Autoren der Studie die Überexpression des eingebauten Transgens</li>
<li>bei  einem Experiment mit gentechnisch verändertem Weizen verringerte sich  das Tausendkorngewicht der Samen; die Forscher begründeten dies mit der  Überexpression des eingebauten Transgens, das Rosterkrankungen  verhindern sollte</li>
<li>gentechnisch veränderte Birken mit  eingebauter Pilzresistenz wiesen eine geringere Wachstumsrate auf als  nichttransgene Kontrollbäume; die Autoren führten dies auf  Positionseffekte des eingebauten Transgens zurück</li>
<li>Bt-Baumwolle reagierte in Freisetzungsversuchen in Indien bei geringem Schädlingsbefall mit Ertragseinbussen</li>
<li>beim  Anbau von Monsantos MON810-Mais in Spanien konnten bei geringem  Auftreten von Schadinsekten keine höheren Erträge erzielt werden als bei  konventionellen Vergleichssorten; auch dies laut Xia et al. ein Hinweis  auf Fitnesskosten.</li>
</ul>
<p><br />Weitere Fälle sind bei Chen et al. (2006) dokumentiert:</p>
<ul>
<li>gentechnisch  veränderter Klee, dem ein Albumin-Gen aus der Sonnenblume eingebaut  worden war, zeigte im Vergleich mit nichttransgenem Klee einen  signifikanten Rückgang der Fruchtbarkeit</li>
<li>bei transgenen  Zuckerrüben, die gegen eine Viruserkrankung resistent gemacht worden  waren, konnten deutliche Ertragsrückgänge festgestellt werden.</li>
</ul>
<p><br />Xia  et al. folgern aus den bisher bekannt gewordenen Fällen, dass  Fitnesskosten bei gentechnisch veränderten Pflanzen offenbar weit  verbreitet sind. Genauere Untersuchungen über Ursachen und Mechanismen  von Fitnesskosten fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bislang  weitgehend. Forschungsbedarf sehen die Wissenschaftler insbesondere mit  Blick auf zukünftige Generationen von gentechnisch veränderten Pflanzen,  die zum Beispiel gegen abiotische Stressfaktoren wie Trockenheit oder  salzige Böden widerstandsfähig gemacht werden sollen.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Carpenter,  J. E. (2010). Peer-reviewed surveys indicate positive impact of  commercialized GM crops. Nature Biotechnology 28, 319 – 321.</p>
<p>Chen,  L.Y., Snow, A.A., Wang, F., Lu, B.R. (2006). Effects of  insect-resistance transgenes on fecundity in rice (Oryza sativa,  Poaceae): a test for underlying costs. American Journal of Botany, 93,  94-101.</p>
<p>UCS (2009). Failure to yield. Union of Concerned Scientists.</p>
<p>Xia,  H., Chen, L., Wang, F., Lu, B.R. (2010). Yield benefit and underlying  cost of insect-resistance transgenic rice: Implication in breeding and  deploying transgenic crops. Field Crops Research, 118, 215–220.</p>
</div>
</div>
<p>﻿</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
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    <dc:date>2010-10-27T10:30:00Z</dc:date>
    <dc:type>Nachricht</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/roundup-neue-studien-zur-wirkung-auf-embryonen-fische-und-ratten">
    <title>Roundup: Neue Studien zur Wirkung auf Embryonen, Fische und Ratten</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/roundup-neue-studien-zur-wirkung-auf-embryonen-fische-und-ratten</link>
    <description>Das Totalherbizid Roundup ist das am weitesten verbreitete Pestizid der Welt. Rund eine Million Tonnen des Hauptwirkstoffs Glyphosat werden derzeit hergestellt. Auch für die kommenden Jahre gehen Analysten von deutlichen Steigerungen beim Einsatz des Pestizids aus. Bedeutung hat Roundup insbesondere beim Anbau herbizidtoleranter transgener Pflanzen in den USA, in Kanada, Brasilien und Argentinien.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Lange galt Roundup als relativ unbedenklich für Umwelt und Gesundheit. Dies wird von Herstellerfirmen wie der US-Firma Monsanto mit dem besonderen Wirkungsmechanismus von Glyphosat begründet. Glyphosat blockiert die Herstellung des Enzyms EPSPS, das ausschließlich in Pflanzen gebildet wird und der Produktion aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tryptophan oder Tyrosin dient. Daher, so die These, könne es bei Menschen und Tieren, die kein EPSPS bilden, zu keinen negativen Auswirkungen kommen. In einer Produktbroschüre schreibt Monsanto (Monsanto 2007):</p>
<p><i>„Welches Risiko besteht für Menschen und Tiere?<br />Menschen und Tiere haben kein EPSPS-Enzym. Bei sachgemäßer Anwendung ist eine Gefährdung durch Roundup®-Produkte daher ausgeschlossen.“</i></p>
<p>Seit einigen Jahren werden jedoch immer mehr wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass die Risiken glyphosathaltiger Pestizide wie Roundup offenbar unterschätzt wurden. Verschiedene Forschungsarbeiten stellen Roundup unter anderem in Zusammenhang mit  Störungen des Zellstoffwechsels, mit Hormonstörungen und mit Krebserkrankungen. (<a class="internal-link" href="monsanto-neue-belege-fuer-schaedlichkeit-von-roundup-fuer-umwelt-und-gesundheit">mehr</a>)</p>
<h3>Schädigung von Embryonen</h3>
<p>In jüngster Zeit sorgte insbesondere die Studie einer argentinischen Forschergruppe um Andrés Carrasco für Diskussionsstoff. Das Team um Carrasco konnte in einer Laborstudie nachweisen, dass Roundup bzw. dessen Hautwirkstoff Glyphosat Missbildungen bei Frosch- und Hühnerembryonen hervorruft (Paganelli et al. 2010). Interesse verdient diese Studie insbesondere aus zwei Gründen:</p>
<ul>
<li>Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass auch der Wirkstoff Glyphosat alleine und nicht nur das Produkt Roundup, das zahlreiche weitere Inhaltsstoffe enthält, Schäden bei Embryonen auslösten. Verschiedene Studien der letzten Jahre hatten dagegen insbesondere die Risiken anderer Inhaltsstoffe des Pestizids betont.</li>
<li>Die Studie liefert nach eigenen Angaben neue Hinweise auf die Ursachen von gesundheitlichen Störungen der Landbevölkerung in Argentinien. Dort häufen sich in Gebieten, in denen das Pestizid per Flugzeug über Feldern mit roundupresistenter, gentechnisch veränderter Soja ausgebracht wird, Berichte über Missbildungen bei Babys und eine Erhöhung der Krebsrate.</li>
</ul>
<p> </p>
<h3>Zellstörungen bei Aalen</h3>
<p>Doch auch in anderen aktuellen Publikationen finden sich Hinweise auf Risiken. So veröffentlichte ein portugiesisches Forscherteam vor kurzem eine Untersuchung über durch Roundup ausgelöste Zellstörungen bei Fischen (Guilherme et al. 2010). Verschiedene Tests hatten bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass Roundup genotoxisch bzw. mutagen auf Zellen verschiedener Fischarten wirkt. Allerdings existierte nach Angaben der portugiesischen Forscher bislang keine Studie zu den genotoxischen Wirkungen von Roundup auf europäische Fischarten. Eine nicht unbedeutende Forschungslücke, da verschiedene gentechnisch veränderte Pflanzen mit Roundup-Resistenz auf eine europaweite Anbauzulassung warten.<br />Das Ziel der portugiesischen Wissenschaftler war es zudem, Roundup-Konzentrationen zu testen, die auch unter realen Anbaubedingungen auftreten könnten (58 bis 116 μg/l).<br />Das Hauptaugenmerk der Untersuchung lag dabei auf der Analyse von „oxidativem Stress“, also der Störung der Reparatur- und Entgiftungsfunktion der Zellen, die unter anderem zu DNA-Schäden führen kann. <br />Die Forscher konnten dabei nachweisen, dass Roundup auch in der niedrigsten gewählten Konzentration Schäden am Erbgut der Aale auslösen kann. Feststellen ließen sich sowohl ein erhöhtes Potenzial für DNA-Strangbrüche als auch für cytogenetische Effekte wie Chromosomenbrüche. Die Untersuchung von Blutzellen zeigte, dass offenbar oxidativer Stress die Reparaturmechanismen der Zellen außer Kraft gesetzt hatte.<br />Zusammenfassend stellen die Wissenschaftler fest, dass ihre Ergebnisse zusätzliche Hinweise auf  negative Langzeiteffekte von Roundup erbracht hätten.</p>
<h3>Hormonstörungen bei pubertierenden Ratten</h3>
<p>Über die Auswirkungen von Roundup auf das Hormonsystem wurden in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Studien publiziert. Eine Lücke in der wissenschaftlichen Literatur konnten  unlängst Forscher der Universität Sao Paolo schließen, die in einer Studie die Folgen von Roundup auf heranwachsende und pubertierende Ratten untersuchten. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in der Zeitschrift <i>Archives of Toxicology</i> (Romano et al. 2010).<br />Die Wissenschaftler verabreichten den Tieren über einen Zeitraum von 30 Tagen das glyphosthaltige Pestizid „Roundup Transorb“. Die Forscher erachteten diesen Zeitraum als realistisch, da Roundup nach der Ausbringung 30 bis 90 Tage lang in relevanten Mengen in der Umwelt nachweisbar ist.<br />Untersucht wurden danach unter anderem die allgemeine körperliche Entwicklung, der Zeitpunkt, an dem die Pubertät einsetzte, die Werte von Testosteron und anderen Hormonen, sowie die Morphologie der Hoden.<br />Es zeigte sich, dass die Pubertät bei den knapp 70 untersuchten Ratten selbst in der niedrigsten gewählten Dosis (5 mg/kg) signifikant später einsetzt als in der Kontrollgruppe. Daneben stellten die Wissenschaftler Unterschiede im Gewicht von Hoden und Nebennieren fest sowie eine Reduktion der Keimzellen. Zusätzlich zeigten sich signifikante Auswirkungen auf die Testosteronproduktion. Selbst bei der geringsten gewählten Dosis war der Testosteronhaushalt um 30 Prozent verringert. <br />Zusammenfassend sprechen die Forscher von signifikanten „toxischen Wirkungen auf den  reproduktionsrelavanten Hormonhaushalt“ von Ratten. <br />Zudem schlagen sie einen Bogen zu möglichen Belastungen von Menschen, die mit Roundup in Kontakt kommen. Dies sei insofern bedenklich, als Studien Rückstände des Pestizids im Körper von Landwirten oder der Landbevölkerung nachgewiesen hätten. Aus den Ergebnissen ihrer Untersuchung ziehen sie den Schluss, dass Roundup einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Menschen haben könnte, die aktiv oder passiv mit Roundup in Kontakt kommen.</p>
<p> </p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Guilherme, S., Gaivão, I. Santos,M. A., Pacheco, M. (2010). European eel (<i>Anguilla anguilla</i>) genotoxic and pro-oxidant responses following short-term exposure to Roundup®—a glyphosate-based herbicide. Mutagenesis 25(5), 523-530.</p>
<p>Monsanto (2007). Roundup Kompendium. Mehr Wissen für beste Leistung!. 2007 <br /><a class="external-link" href="http://www.roundup.de/pdf/Kompendium_Roundup_2007.pdf">http://www.roundup.de/pdf/Kompendium_Roundup_2007.pdf</a></p>
<p>Paganelli, A., Gnazzo, V., Acosta, H., López, S.L., Carrasco, A.E. (2010). Glyphosate-based herbicides produce teratogenic effects on vertebrates by impairing retinoic acid signalling. Chem.<br />Res. Toxicol. In press.</p>
<p>Romano, R. M., Romano,M. A., Bernardi, M. M., Furtado, P. V., Oliveira C. A. (2010). Prepubertal exposure to commercial formulation of the herbicide glyphosate alters testosterone levels and testicular morphology. Archives of Toxicology 84 (4), 309-317.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
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    <dc:date>2010-10-27T10:15:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://www.epi-gen.de/themen/genetik/chloroplastentransformation-mehr-sicherheit-oder-neues-risiko">
    <title>Sichere Gentechnik durch Chloroplastentransformation?</title>
    <link>http://www.epi-gen.de/themen/genetik/chloroplastentransformation-mehr-sicherheit-oder-neues-risiko</link>
    <description>Die Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen in verwandte Wild- oder Unkrautarten gilt als bedeutendes ökologisches Risiko . Seit geraumer Zeit bemühen sich Industrie und Wissenschaft daher, die Ausbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen mit Hilfe so genannter „biologischer Einschlußmethoden“ (engl. confinement) zu verhindern. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Dabei werden meist zusätzliche weitere gentechnische Konstrukte in Pflanzen eingebaut, die die Verbreitung von gentechnisch verändertem Material unterbinden oder minimieren sollen. Viele dieser Methoden befinden sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Die bekannteste Methode ist die so genannte Terminator-Technologie. Deren Ziel ist es, die Samen von Pflanzen unfruchtbar zu machen. Daneben werden zahlreiche weitere gentechnikbasierte Ansätze verfolgt, darunter:</p>
<ul>
<li>Chloroplastentransformation</li>
</ul>
<ul>
<li>männliche Sterilität (sterile Pollen)</li>
</ul>
<ul>
<li>Apomixis (vegetative Samenbildung)</li>
</ul>
<ul>
<li>Kleistogamie (Selbstbestäubung).</li>
<br /> 
</ul>
<h3>Warum Chloroplastentransformation?</h3>
<p>Mit am weitesten entwickelt ist die Chloroplastentransformation (Plastidentransformation).  Im Unterschied zu bisherigen Methoden der gentechnischen Veränderung wird das transgene Konstrukt dabei nicht in die DNA im Zellkern eingebaut, sondern in die Chloroplasten, die ein eigenes Genom von geringem Umfang enthalten.<br />Der entscheidende Punkt: Chloroplasten kommen bei vielen Pflanzenarten nicht oder nur in geringer Menge im Pollen vor. Transgene Konstrukte können sich dadurch nicht mehr über den Pollen ausbreiten. Die Erbinformation von Chloroplasten wird maternal, also über die Samen, weitergegeben.</p>
<h3>Forschung an Raps</h3>
<p>Chloroplastentransformation wird derzeit besonders intensiv bei Raps (<i>Brassica napu</i>s) erforscht. Transgener Raps gilt aufgrund seiner Biologie (Insektenbestäubung, insbesondere durch die Honigbiene; Überdauerungsfähigkeit der Samen im Boden; zahlreiche kreuzungsfähige Wildpflanzenarten) in der EU als nicht koexistenzfähig. Zulassungen für eine kommerzielle Nutzung von gentechnisch verändertem Raps gelten unter diesen Bedingungen als außerordentlich unwahrscheinlich. Daher gibt es von Seiten der GVO-Hersteller verschiedene Forschungsbemühungen (darunter die Etablierung der Chloroplastentransformation), um transgenen Raps langfristig doch noch zur Marktreife zu bringen.</p>
<h3><b>Verbreitung über Samen weiterhin möglich</b></h3>
<p>Doch werden mit dieser gentechnischen Methode wirklich alle Ausbreitungswege verstellt? Ergeben sich möglicherweise neue Risiken? Fragen, auf die zwei Studien aus jüngerer Zeit eine Antwort zu geben versuchen (Haider et al. 2009; Allainguillaume et al. 2009). In beiden Studien wird untersucht, ob und wie sich Raps-Chloroplasten in verwandte Wildpflanzenarten verbreiten. Denn bei allen Überlegungen, Pollenflug bei gentechnisch verändertem Raps durch Chloroplastentransformation zu verhindern, bleibt  wissenschaftlich unstrittig, dass die Chloroplastentransformation ein „löchriges“ System ist, da die Samen der „transplastomen“ Gentechnik-Pflanzen nach wie vor die transgenen Konstrukte enthalten. <br />Gerade bei der Verbreitung über Samen nimmt Raps unter den Kulturpflanzen eine Sonderstellung ein: Im Boden können Rapssamen über viele Jahre überdauern, ohne ihre Keimfähigkeit zu verlieren. Dies gilt in noch höherem Maß für verwandte Arten wie die Rübse (<i>Brassica rapa</i>). Rübsensamen konnten noch nach mehr als 660 Jahren Lagerung zum Keimen gebracht werden (Odum 1965).</p>
<h3>Choroplasten springen auf wilde Raps-Verwandte</h3>
<p>In einer Studie, die in Großbritannien durchgeführt wurde (Haider et. al. 2009) wurde nun untersucht, ob sich Raps-Chloroplasten in Rübsen-Populationen in der näheren Umgebung von Rapsfeldern ausbreiten. <br />Ergebnis: Offenbar gelangen Raps-Chloroplasten durch einen Vorgang, der als „Chloroplastenfang“ (chloroplast capture) bezeichnet wird, via Samen in Rübsenbestände. Obwohl die genauen Abläufe beim Chloroplastenfang noch nicht erforscht sind, gehen Genetiker davon aus, dass durch die beständige Kreuzung kompatibler Pflanzenarten untereinander Chloroplasten nach rund 50 Generationen in verwandte Arten eingeschleust werden können.<br />Überrascht waren die Forscher darüber, wie hoch der Anteil von Raps-Chloroplasten in einem Teil der wilden Rübsenbestände war. Im Höchstfall enthielten 92 Prozent der Rübsenpflanzen Raps-Chloroplasten. In anderen Populationen waren dagegen keine Vermischungen nachzuweisen.</p>
<h3>Fittere Wildpflanzen durch Raps-Chloroplasten</h3>
<p>Noch einen Schritt weiter geht eine zweite Studie (Allainguillaume et al. 2009), in der auf der Basis der Untersuchung von Haider et al. (2009) der Frage nachgegangen wird, warum es zu der teils sehr hohen Präsenz von Raps-Chloroplasten in wilden Verwandten von Raps  kommt. Offenbar, so das Ergebnis, stellen Raps-Chloroplasten einen Fitnessvorteil für diese Pflanzen dar. Für die Risikobewertung transgener Pflanzen sind mögliche Fitnessvorteile von großer Bedeutung.<br />Die Autoren beider Studien ziehen daher das Fazit, dass Chloroplastentransformation nur ein bedingt wirksames Instrument darstellt, um die Verbreitung von gentechnisch verändertem Raps zu unterbinden.</p>
<p> </p>
<h3><b>Literatur</b></h3>
<p>Allainguillaume, J., Harwood, T., Ford, C. S., Cuccato, G., Norris, C., Allender, C. J., Welters, R., King, G. J., Wilkinson, M. J. (2009) Rapeseed cytoplasm gives advantage in wild relatives and complicates genetically modified crop biocontainment,. New Phytologist, 183 (4), 1201–1211.</p>
<p>Haider, N., Allainguillaume, J., Wilkinson, M.J. (2009). Spontaneous capture of oilseed rape (Brassica napus) chloroplasts by wild B. rapa: Implications for the use of chloroplast transformation for biocontainment. Current Genetics, 55, 139-150.</p>
<p>Odum, S. (1965). Germination of ancient seeds. Dansk Botanisk Arkiv, 24, 1–70.</p>]]></content:encoded>
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    <dc:creator>Andreas Bauer-Panskus</dc:creator>
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